Predige das Wort

Überlegungen zum Glauben an Jesus Christus,

von dem die Schrift sagt:

Nachdem Gott vor Zeiten manchmal und auf mancherlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er zum Erben von allem eingesetzt, durch welchen er auch die Weltzeiten gemacht hat; welcher, da er die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens ist und alle Dinge trägt mit dem Wort seiner Kraft, und nachdem er die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst vollbracht, sich zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt hat.
Hebräer 1, 1-3




Predige das Wort

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Anregungen

Euer Gott: Ein Versuch, die Handlungsweisen Gottes an Hand biblischer Texte zu zeigen.

Schlaglichter der Offenbarung Gottes in der Bibel

Grundsätzliche Überlegungen

Glaubensthemen
Glaubensthesen
Alle Menschen glauben
Wissenschaftliche Erkenntnis
Zwischenmenschliche Beziehungen
Was ist glaubhaft
Wahrheit nur von außen
Umgang mit Religionen
Mensch ohne Glauben verhungert

Führungsstile
---wie ein Motto:
Führung als Dienstleistung
Die Basis aller Überlegungen:
Führungsstil Jesu
Ein Beispiel:
Der Führungsstil des Paulus in Phil.3
Wie eine Karikatur:
Nebukadnezar, Potentat ohne Vertrauen
Angst vor den Mitarbeitern:
Rehabeam und Jerobeam

Buchbesprechung
Bayard, Pierre.
Wie man über Bücher spricht...
Moltmann, Jürgen.
Der lebendige Gott und die Fülle des Lebens.
Auch ein Beitrag zur Atheismusdebatte unserer Zeit.

EKD-Orientierungshilfe Familie
Ein Versuch, die Aussagen im Licht der Bibel zu kommentieren.


Ausarbeitungen

Bibelarbeiten:

Rede Jesu vom großen Weltgericht
Die wahren Prioritäten, die hohe Bedeutung der Liebe

Gottes Willen erkennen
Eine Lebensfrage für jeden Menschen, nicht nur für den Christen.

Vergebung
Die zentrale Botschaft des neuen Testamentes

Johannes Markus
Der Evangelist Markus - Lebenspläne im Spannungsfeld ihrer Zeit

Aquila und Priscilla
Das Ehepaar Aquila und Priscilla - Vorbild für Hauskreiseltern

HERR, wohin sollen wir gehen, ...
Jesus hat die Worte ewigen Lebens für uns

Samuel und der Wunsch Israels nach einem König
Ein alter Mann und die Wünsche einer neuen Zeit - Auch Führungsaufgaben abzugeben will gelernt sein

Gott ist Liebe
1. Johannes 4 - Der steinige Weg zu der Erkenntnis: Gott ist Liebe

Thematische Ausarbeitungen:
Prophetentexte
Aussagen zu Katastrophen
Das Thema Tod

Andachten für eine Suppenküche
Der Himmel steht weit offen für diesen Papst
Diese Andacht wurde am 10. April 2005 unter dem Eindruck des Sterbens von Papst Johannes Paul II. gehalten
Das einzigartige Angebot Gottes an die Welt
Diese Andacht wurde am Sonntag der Eröffnung von ProChrist 2006 am 19.3.2006 gehalten und mit einer Einladung für die Veranstaltungen verbunden.
... wir können es nicht lassen, von dem zu reden, ...
Diese Andacht wurde am Sonntag der Feier zum 40-jährigen Jubiläum der Stephanusgemeinde am 31.3.2008 gehalten.
Die Wirkungen des Heiligen Geistes
Diese Andacht wurde am Pfingstsonntag 2008 gehalten.


Predigten

Predigt zu 1. Mose 18, 1-15
Das Vorbild Abrahams - Ein Glaube, der auch angesichts der eigenen Schwäche nicht aufhört.
Predigt zu 1. Samuel 10
Saul: Die unerwartete Berufung - Gehorsames Warten und die Erfahrung mit dem Heiligen Geist
Predigt zu Psalm 1
Psalm 1 und die Bedeutung des Gesanges. Oder: Wasserbäche lebendigen Wassers, nicht nur am Sonntag.
Gedanken zu einer Predigt zu Psalm 50
Die Größe Gottes und sein Reden und Schweigen in der Gemeinde und der Welt. Oder: Gott lässt sich von uns nicht einen Zeitplan aufzwingen.
Pfingstpredigt zu Psalm 126
Als der HERR die Gefangenen Zions zurückbrachte, da waren wir wie Träumende.
Predigt zu Jeremia 1,1-10
... wenn Gott beruft
Predigt zu Daniel 2
Authentisches Leben. Daniel und die babylonischen Traumdeuter
Predigt zu Matthäus 5, 33-37
Unser JA und unser NEIN
NEU >>>>>> Predigt zu Matthäus 7, 21-29
Heilsgewissheit - Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
Predigt zu Lukas 2,1-5
Der Weg nach Bethlehem - Göttliche Verheißungen im Alltag
Weihnachtspredigt zu Lukas 2,1-5
Der Weg nach Bethlehem - Eine Herausforderung für den Glauben
Predigt zu Johannes 15, 9-17
... dass ihr euch untereinander liebet.
Predigt zu Johannes 16,1-4
Das prophetische Wort für die Gemeinde - Hilfe bei inneren und äußeren Gefahren der Jüngerschaft
Predigt zu Johannes 16,33
Überwindung der Angst - Eine Predigt zum Jahresbeginn
Predigt zu Apostelgeschichte 13, 20b-23
David, ein Mann nach dem Herzen Gottes. Was ist das für ein Mann, von dem Gott selber bezeugt: Ein Mann nach meinem Herzen.
Predigt zu 1. Korinther 3, 11-17
Über den Grund, der gelegt ist, Jesus Christus und über den Tempel des lebendigen Gottes, der wir sind.
Predigt zu 1. Korinther 12, 27
Über die Begabungen in der Gemeinde. Durch Gebet und ermunterndes Wort können sie geweckt werden.
Predigt zu Jakobus 4,8a
Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen.


Festtage

Advent
Weihnachten
Palmsonntag
Karfreitag   (1)    (2)
Ostern    (1)    (2)
Himmelfahrt    (1)    (2)
Trinitatis    (1)    (2)
Volkstrauertag
Buß- und Bettag
Totensonntag


Programme

Die Wortfeldkonkordanz
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Dieses Programm können Sie frei herunterladen. Es unterstützt Sie beim Suchen nach Bibelstellen, zeigt Ihnen, wo die Wörter vorkommen, zeigt Ihnen aber auch, wo die Wörter nicht vorkommen, unterstützt Sie beim Kommentieren und Gliedern des gefundenen Textes und bringt Ihnen hoffentlich die Bibel als Ganzes näher.

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RZ-Datensicherung
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Jahreslosung 2016



Dies ist ein sehr emotionales Wort, das der Prophet im Auftrag Gottes sagt. Es kommt tief aus dem Herzen Gottes, der sich - trotz aller Verfehlungen seines Volkes - ihm immer wieder in herzlicher Liebe zuwendet. Es ist letztlich das Kreuz Christi, das hier sichtbar wird. … weiter…

If you prefer, you may read it in English at www.preach-the-word.net (It's only my poor English, so please be patient with me.)



Die Emotionalität dieses Satzes macht es uns zunächst einmal schwer, einen Zugang zu diesem Wort zu finden. Gott vergleicht sich mit einer Mutter. Mutter sein, das bedeutet doch:

  • Bruch in der Karriere
  • Einschränkungen beim Familieneinkommen
  • Probleme, einen vernünftigen Urlaub zu organisieren
  • Jagd nach einem Krippenplatz
  • … und dann immer dieses schlechte Gewissen, weil es da ja noch dieses andere Mutterbild gibt und man so viel mehr für die Kinder tun könnte …

Was lesen wir nicht alles über Familientragödien, weil Menschen mit dieser vielfältigen Belastung Beruf, Familie, gesellschaftliche Verpflichtung nicht zurecht kommen. Die moderne Frau, die hohe Führungspositionen einnimmt und gleichzeitig auch noch ihre Kinder groß zieht, sie ist nur schwer für dieses Bild der tröstenden Mutter heranzuziehen, das Gott für sein Verhältnis zu seinem auserwählten Volk gebraucht.
Haben wir es also mit einem Bild aus einer längst vergangenen Zeit zu tun? Waren wir also schlecht beraten, ausgerechnet diesen Text als Jahreslosung heranzuziehen.

Schauen wir einmal von der anderen Seite auf diesen Text: „Ich will euch trösten …“ spricht unser Gott.

Gott sieht, dass wir des Trostes bedürfen. Nicht nur eine Mutter, jeder kann sich zu jeder Zeit fragen, ob er genug getan, genug gearbeitet, genug geliebt, genug Freude und Optimismus ausgestrahlt hat. Wir können uns zu jeder Zeit die Frage stellen, ob wir unsere Zeit wirklich optimal genutzt haben, ob wir in diesem Beziehungsgeflecht, in diesem Netzwerk, in dem wir leben, unserer Verantwortung wirklich gerecht geworden sind. Mit diesem Beziehungsgeflecht sind nicht nur die Kinder gemeint, sondern ebenso Eltern, Freunde, Geschwister, Kollegen, alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen. Und dann beschleicht uns alle dieses Gefühl, dass wir zu wenig getan haben. Auch die Ausrede, dass der Tag eben nur 24 Stunden hat, zieht nicht, weil wir ja Prioritäten setzen können. Wer hat es nicht schon von seinem Chef zu hören bekommen, wenn er etwas nicht rechtzeitig abgeliefert hat, weil viele Kunden gleichzeitig bedient werden wollten: „Da haben Sie halt die falschen Prioritäten gesetzt.“ Das ist zwar kein guter Führungsstil, aber für einen Chef ein einfacher Weg, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Und es schmerzt insbesondere den guten Mitarbeiter, der sich bemüht hat, allen gerecht zu werden.

Gott will uns trösten, darüber trösten, dass wir es nicht so geschafft haben, wie wir uns das vorgenommen haben. Und wie tut eine Mutter das: Sie nimmt ihr Kind in den Arm, so dass es die Nähe und Wärme seiner Mutter spürt. Und wenn dies geschehen ist, dann ist das Kind auch wieder in der Lage, über das Geschehene zu sprechen. Dies ist nicht ein Privileg der Mütter allein, aber es wird von uns deshalb so intensiv empfunden, weil die Mutter unser aller Anfang ist. Und da sind wir wieder bei Gott, der ebenfalls unser aller Anfang ist, unser Schöpfer, der uns Begabungen gegeben und uns auch bestimmte Begabungen verweigert hat, der unseren Tag auf 24 Stunden festgelegt hat, der uns das Bedürfnis nach Ruhe, aber auch eine gewisse, begrenzte Kraft zum Arbeiten gegeben hat. Er kennt unsere Grenzen, die vermeintlichen, die wir setzen, weil unser Glaube so klein ist. Er kennt aber auch unsere objektiven Grenzen, weil er unser Schöpfer ist, weil er diese Grenzen gesetzt hat.

Der, der uns viel besser als unsere eigene Mutter kennt, er will auf uns zugehen, uns in seine Arme schließen und uns trösten über unser Versagen. Welch eine herrliche Verheißung, nicht nur für das Jahr 2016: Gott will zu uns kommen und uns in seine Arme schließen, damit wir wissen, woher wir kommen, damit wir mit uns selbst wieder in Einklang kommen. Wenn eine Mutter zu ihrem Kind sagt: „Dein Papa hat das auch nie geschafft, …“, dann lachen beide. Das Problem ist dann zwar noch nicht weg, aber die Perspektive ist eine andere. Ich merke, dass die Welt auch weiter geht, wenn ich das nicht schaffe. Und so will auch Gott uns zeigen, wo unser Glaube einfach noch nicht groß genug ist und wir noch viel mehr erreichen könnten, wenn wir denn glauben. Er will uns aber auch zeigen, wo wir uns selbst antreiben und damit nicht zu der Ruhe kommen, die er uns schenken möchte.

Möge das Jahr 2016 ein solches Jahr werden, in dem Sie in der Begegnung mit Gott Ruhe finden und sich auf das konzentrieren können, was in Gottes Augen wirklich Ihre Verpflichtungen sind, denn dies sind auch Ihre Begabungen, weil Gott Ihr Schöpfer ist.




Heilsgewissheit
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!



Predigt zu Matthäus 7,21-29



Der Predigttext: Matthäus 7,21-29



Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht?
Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!
Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, ist einem klugen Manne zu vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet.
Und ein jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Manne gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde wehten und an dieses Haus stießen, da fiel es, und sein Fall war groß.
Und es begab sich, als Jesus diese Rede beendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre. Denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.


Dieses Entsetzen der Menschen, die Jesu Bergpredigt gehört haben, kann man nur zu gut verstehen.
Was hat Jesus ihnen alles zugemutet: Wer zu seinem Bruder „Du Narr!“ sagt, ist ein Mörder. Wer einer Frau hinterherschaut, ihrer zu begehren, ist ein Ehebrecher. Man solle sich lieber ein Glied abhacken, als zu riskieren, in die Hölle zu kommen.
Alles was sie bisher gelernt haben, können sie vergessen: Keine langen Gebete, keine demonstrativen Spenden, nicht sorgen, nicht richten …
Es war eine Zumutung, aber sie haben gespürt, dass da jemand redete, der Vollmacht hatte. Man konnte das nicht einfach so vergessen, was er gesagt hatte, es arbeitete in einem, nach dieser Predigt war nichts mehr wie vorher.
Und dann das: Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen!
Wie oft hatten sie schon „Herr, Herr!“ gesagt. Waren sie nicht das erwählte Volk Gottes. Bemühten sie sich nicht jeden Tag, haben sie sich nicht oft genug über diese vielen Gebote und Bestimmungen geärgert, aber haben sie nicht durchgehalten aus Gehorsam gegenüber Gott …
Und wir, haben wir nicht ganz bewusst „Herr Jesus Christus“ gesagt, weil Johannes uns gelehrt hat: Daran erkennet ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt: «Jesus ist der im Fleisch gekommene Christus», der ist von Gott. (1.Johannes 4,2). Und sind wir nicht auf das Bekenntnis unseres Glaubens und ganz bewusst getauft, weil es heißt: Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden! (Markus 16,16)
Unser Thema ist ja die Heilsgewissheit und der Text, den wir gelesen haben, er sieht so gar nicht nach Heilsgewissheit aus. Deshalb stellen wir uns einmal einen Moment vor, wir stehen da wirklich an der Himmelspforte, da, wo der Zugang zum Thron Gottes ist.
Was bedeuten in solch einem Augenblick unsere Rechthabereien: Wir stehen vor dem lebendigen Gott, der durch sein Allmachtswort die Welt geschaffen hat, der ein Wort spricht, und es geschieht. Wie klein kommen wir uns vor, wenn wir abends in den Sternenhimmel schauen. Wir sehen Sterne, die viele Lichtjahre von uns entfernt sind. Das am weitesten von der Erde entfernte Raumschiff ist gerade einmal 18 Lichtstunden von der Erde weit. Und dies ist schon eine gewaltige Leistung. Bei seiner derzeitigen Geschwindigkeit von 60.000 km/h wird es weitere 300.000 Jahre brauchen, bis es einen Stern erreicht, den 17 Lichtjahre entfernten Stern Gliese 445 im Sternbild Giraffe. Bedenkt man nun, dass alleine unsere Milchstraße eine Ausdehnung von ca. 100.000 Lichtjahren hat und aus Milliarden von Sternen besteht, dass unsere Lichtstraße nicht die einzige Galaxis ist, sondern dass es noch ca. 100 Milliarden Galaxien gibt, dann gewinnt man einen Eindruck der Größe des Weltalls und damit erst recht der Größe unseres Gottes, der durch sein Allmachtswort dies alles erschaffen hat. Dabei haben wir von dem Mikrokosmos, die Welt der Moleküle und Atome, noch gar nicht gesprochen.
Was sollen wir sagen, wenn wir vor diesem Gott stehen. Ich denke, angesichts der Größe unseres Gottes wird uns jedes Wort im Halse stecken bleiben und wir werden nichts vorbringen können, was auch nur ansatzweise so klingt wie „Ich habe einen Anspruch darauf, dass …“. Wenn dieser Gott etwas sagt, wir werden es schweigend zur Kenntnis nehmen, denn es ist uns einfach zu groß.
Damit halten wir zunächst einmal fest: Wir haben auch nicht den Hauch eines Anspruches vor diesem großen Gott. Jeder kleine Chef einer kleinen Firma nimmt für sich das Recht in Anspruch, bestimmte Menschen zu empfangen und andere nicht. Wenn dieser große Gott ein Schild an seine Tür hängen lässt: „Heute geschlossen!“ Welches Recht hätten wir, Einlass zu fordern, welche Möglichkeiten hätten wir, unseren vermeintlichen Rechtsanspruch durchzusetzen.
Unser Reden, unsere vermeintliche Demut, unser Handeln ist belanglos im Vergleich zur Größe Gottes. Und doch schreibt Paulus an die Philipper: Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus! (Philipper 4,7)
Dieser Gott, dessen Friede bereits unseren Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Sinne bewahren. Merkt ihr, dass wir uns erst einmal die Größe Gottes vor Augen stellen müssen, damit wir merken, welchen Klang dieses Wort hat. Wie sehr freut sich eine kleine Rentnerin, wenn sie zu einer Behörde geht und ein Beamter gibt ihr die Auskunft: „Ich werde einmal schauen, ob wir noch zwei Erziehungsjahre für sie anerkennen können. Versprechen kann ich nichts, aber ich werde es prüfen.“ Wieviel mehr freut sie sich, wenn sie beim nächsten Mal erfährt: „Entschieden ist noch nichts, aber wir haben es befürwortet und an den Behördenleiter weitergeleitet.“ Und wenn es dann schließlich abgelehnt wird, dann geht sie trotzdem zu dem Beamten hin und bedankt sich, dass er sich für sie eingesetzt hat. - Ihr merkt jetzt, warum ich in meinem Beispiel eine Rentnerin gewählt habe.
Wieviel mehr würde es für unsere kleine Rentnerin bedeuten, wenn der Behördenchef sie auf dem Flur trifft und ihr sagt: „Ich habe ihren Vorgang gesehen, das geht ja gar nicht. Ich habe meine Mitarbeiter angewiesen, das sofort zu ändern und Ihnen die zwei Jahre anzuerkennen.“
Und in der zitierten Bibelstelle redet nicht ein entscheidungsbefugter Behördenchef, Paulus sagt von dem allmächtigen Gott: „Er selbst, dieser allmächtige Gott, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus!“ Ist es nicht das menschliche Herz, der menschliche Sinn, der viel Übles schafft. Man könnte eine lange Liste machen, will man alle Gräueltaten aufzählen, die Menschen ersonnen haben. Lehrt nicht bereits Jesus seine Jünger: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.“ (Matthäus 15,19).
Und nun verspricht der allmächtige Gott: „Ich werde eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus!“ Dies verspricht der allmächtige Gott, der bei der Schöpfung gesprochen hat: „Es lasse die Erde grünes Gras sprossen und Gewächs, das Samen trägt, fruchtbare Bäume, deren jeder seine besondere Art Früchte bringt, in welcher ihr Same sei auf Erden!“ Und es geschah also. (1.Mose 1,11).
Welchen Zweifel gibt es, dass der Schöpfer Gott, der die Erde durch sein Wort zu einem lebendigen Planeten gemacht hat, dass dieser Gott nicht auch durch sein Wort mein Herz zu einem Ort des Lebens macht. Leider ist es mit meinem Herzen wie mit Israel zur Zeit Jesu. Der Sohn Gottes war da und tat Wunder. Er redete zu den Menschen als einer, der Vollmacht hatte. Und doch waren da die Geldwechsler, die ihm nicht verzeihen wollten, dass er ihre Tische umgeworfen hatte. Es waren da die Schriftgelehrten, die Angst um ihren Einfluss auf das Volk hatten, es waren da viele andere, die mal diese und dann wieder jene Meinung hatten, so dass schließlich eine große und bestimmende Volksmenge „Kreuzige ihn“ rief. Und doch war 300 Jahre später das römische Weltreich christlich, der Tod am Kreuz hatte die Welt in unumkehrbarer Weise verändert. Unumkehrbar, das hören wir heute an vielen Stellen und man mag es kaum glauben. Aber das Christus die Welt in unumkehrbarer Weise verändert hat, das können wir getrost glauben. Hier ist das Wort einmal richtig angewandt.
Auch unser Herz ist solch ein Israel. Aber Christus hat in mir Wohnung genommen. Ich höre seine Stimme. Ich weiß um das Gute. Ich kann immer wieder mich für das Gute öffnen, das Gute tun. Aber da sind auch die bösen Gedanken, sie sind nicht tot. da ist der Pharisäer, der mir sagt, was ich noch alles tun muss, der mir die Freude rauben will. Da ist mein Stolz, der natürlich die Herrschaft behalten möchte. Und da ist das Geld, das mich treibt und das seinen Tisch in meinem Herzen nicht umschmeißen will.
Aber diese Dinge haben nicht mehr die Herrschaft. Denn, wenn ich gescheitert bin, wenn ich des Bösen nicht Herr geworden bin, dann darf ich zu meinem Herrn gehen und sagen: „Vater, vergib mir!“
Johannes lehrt uns: Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns; wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. (1.Johannes 1,8-10). Wenn der Pharisäer in uns sagt, wir haben keine Sünde, denn wir haben ja dies und jenes Gute getan. dann versucht er uns zu verführen. „Dann verführen wir uns selbst!“ Also bin ich nicht ein besonders schlechter Mensch, weil in meinem Herzen widerstreitende Empfindungen, gute wie böse, entstehen. Sondern das Gegenteil ist richtig. Wenn ich mein Tun vor Gott verharmlose, der Pharisäer in mir versucht mir das ständig einzureden, wenn ich meine Sünden nicht mehr Sünden nenne, sondern versuche, sie als mein gutes Recht, als nicht so schlimm oder nur als Reaktion auf die noch schlimmeren Sünden meines Nachbarn zu verharmlosen, dann betrüge ich mich selbst und lebe nicht mehr in der Wahrheit. In Jesus leben heißt aber zunächst einmal, in der Wahrheit zu leben. Denn Jesus hat von sich gesagt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. (Johannes 14,6) Johannes spricht hier nicht davon, dass die Vergebung der Sünden vielleicht ein einmaliger Akt bei der Taufe ist. Er stellt das Bekenntnis der Sünden und die Vergebung als einen ganz normalen Vorgang in der Gemeinde der Gläubigen dar. Denn der zitierte Text geht weiter mit den Worten: Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, damit ihr nicht sündiget! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten; (1.Johannes 2,1)
Er spricht auch nicht davon, dass das wir unsere Sünden öffentlich bekennen müssen. Primär ist zunächst einmal, dass ich vor mir selber eingestehe, dass eine bestimmte Handlung Sünde war. Zu oft habe ich in der Gemeinde Schuldeingeständnisse der folgenden Art gehört: „Sollte ich jemanden mit meinen Worten verletzt haben, so tut es mir leid …“ Da fehlt dann nur noch „Aber eigentlich war ich im Recht …“ Das ist nicht, was Johannes hier meint. Ich muss es mir selbst zunächst einmal eingestehen, dass eine bestimmte Handlung Sünde war. All die spitzfindigen Argumentationen, die der Pharisäer in mir, die der Stolz mir einflüstert, alle diese Spitzfindigkeiten muss ich wegwischen und meine Sünden vor mir selbst auch als solche bekennen.
Und dann ist da immer die Frage, ob ich dieses oder jenes denn tun muss. Warum soll ich mich taufen lassen, reicht es nicht, dass ich ein Leben nach den Prinzipien der Bibel führe? Warum soll ich diese oder jene Aufgabe übernehmen, reicht es nicht, dass ich sonntags in den Gottesdienst gehe? Muss ich dies tun, muss ich jenes tun? Solche Fragen können uns schwer belasten. Und dann meldet sich unser innerer Pharisäer zu Wort und sagt: „Das reicht, du machst das schon gut genug.“
Diese Fragen passen so gar nicht zu dem Vorbild, das Jesus uns gegeben hat. Er hat eine ganz andere Motivation und möchte auch uns mit seinem Beispiel den Weg weisen: Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibet in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin. (Johannes 15,9f)
Das ist ein ganz anderer Aspekt, den der Pharisäer in uns gar nicht kennt. Die Frage ist nicht, ob ich dieses oder jenes tun muss, die Frage ist, wie sehr ich Gott liebe, wie sehr ich mich von Gott geliebt fühle. Mein Handeln ist die Antwort auf die Liebe Gottes. Ich tue etwas, weil ich mich geliebt weiß. Eine Ehe, in der ein Ehepartner im bürgerlichen Gesetzbuch nachliest, ob er dies oder jenes tun muss, ist eigentlich schon kurz vor dem Aus. Wenn zwei sich lieben, werden sie ihre Angelegenheiten in Liebe regeln, sie werden sich freuen, wenn der andere sich freut. Ich glaube, das muss man nicht weiter erläutern.
Jesus möchte, dass wir unser Handeln genauso prüfen. Entscheidend ist nicht, ob es eine zwingende Vorschrift gibt, dass ich etwas tun muss, entscheidend ist Gottes Liebe zu mir, meine Liebe zu Gott.
Deshalb sind wir aufgefordert, allen Selbstbetrug abzulegen, nichts schön zu reden, nicht nach dem MUSS zu fragen sondern einmal nach unserer Liebe zu fragen und zu wagen, auch einmal das Gute zu tun, gehorsam zu sein, auch wenn unser Stolz meckert und sagt: „Du brauchst das aber nicht zu tun!“ An einer anderen Stelle sagt Jesus: Denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. (Johannes 16,27). Wenn wir es wagen, einmal über unseren Schatten zu springen, dann werden wir ganz persönlich die Realität dieses Wortes erleben.
Und dann wir es geschehen, dass wir erfahren und immer gewisser darin werden, dass dieser allmächtige Schöpfer-Gott, der durch sein Wort Welten schaffen und Weltreiche zerstören kann, dass dieser Gott unser liebender Vater ist, der seine Hände ausbreitet und sagt: „Komm!“, so wie es Johannes in der Offenbarung schaut: Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; wer will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. (Offenbarung 22,17) Dann wird es nicht mehr um ein vermeintliches Recht gehen, sondern das Haus Gottes ist mein Vaterhaus. Und mein Vater wird seine Tür für mich öffnen und sagen: „Komm!“ Dies ist dann keine theologisch abgeleitete Rechtsposition, sondern es ist die Gewissheit, dass mein Vater im Himmel mich lieb hat und auf mich wartet und seine Tür auftun wird, weil er mich lieb hat.
Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und er wird zuletzt über dem Staube stehen. (Hiob 19,25) sagt Hiob, als es ihm immer schlechter ging und er mit seinen Freunden nach den Ursachen forschte. Dieses Wissen ist keine Rechtsposition, sondern es ist ein Ergebnis der Liebe.
Möge diese Liebe Jesu in unserem Herzen immer mehr Raum gewinnen, damit auch die Gewissheit immer größer wird: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt.


AMEN








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