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Predige das Wort

Überlegungen zum Glauben an Jesus Christus

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Zusammenfassung

Predige-das-Wort.de will zum Glauben an Jesus Christus ermutigen und Material für Hauskreis, Bibelarbeit und Predigt zur Verfügung stellen. Sie sind eingeladen, Kritik oder Wünsche oder Fragen zu stellen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten bin ich gerne bereit, darauf einzugehen.
Ihr Robert Zobel
robert.zobel@predige-das-wort.de

Schlagwörter: Anregung - Ausarbeitung - Bibel - Bibelarbeit - Christus - Ermutigung - Gemeinde - Gott - Hauskreis - Herr - Jesus - Kirche - Predigt





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Gottes tiefen Frieden und innere Einkehr
eine Karwoche im Blick auf den Auferstandenen
aber mit dem Mut, auch zu dem leidenden Christus zu stehen
auch und gerade angesichts des Leidens, dem wir alle ausgesetzt sind

wünscht Ihnen Ihr
Robert Zobel



⇒ Eine Zusammenstellung zum fortlaufenden Lesen der Passionsgeschichte



Eine Anregung zum Nachdenken in der Karwoche

Inhaltsverzeichnis

Herkunft Kaiphas

Kaiphas im Neuen Testament

Der Prozess

Herkunft Kaiphas

Über die Herkunft von Joseph Kaiphas wissen wir nichts. Die Bibel spricht von ihm nur als Kaiphas oder Kajaphas. Er heiratet eine Tochter des Hannas (Ananus), der von 26 bis 36 n.Chr. Hoherpriester war und offenbar auch später noch Einfluss behielt. Flavius Josephus beschreibt Hannas als einen glücklichen Menschen, weil alle seine Söhne Hohepriester waren.

Kaiphas hat die Volkszählung unter Quirinius miterlebt, die im Jahr 7 n.Chr. stattfand. Da das Jahr 7 n.Chr. eher nicht als Geburtsjahr Jesu in Betracht kommt, nehmen viele an, dass die Volkszählung ein längerer, möglicherweise Jahre dauernder Prozess war und unter Quirinius nur zum Abschluss kam und deshalb mit seinem Namen verbunden war. Er hat miterlebt, wie sein Schwiegervater von Valerius Gratus, dem vierten Statthalter von Judäa (15 bis 26 n.Chr.) abgesetzt wurde, kaum, dass Valerius Gratus die Statthalterschaft übernommen hatte. Er hat nach seinem Schwiegervater drei weitere Hohepriester erlebt, die innerhalb von drei Jahren von Valerius sehr schnell ernannt und sehr schnell wieder abgesetzt wurden.Er wusste also, wo die Macht lag.

Er hat die Tempelschändungen miterlebt, die Samaritanische Besucher in Jerusalem verübt haben und von der Flavius Josephus in den „Jüdischen Altertümern“ berichtet (Quelle ist eine englische Übersetzung).

Er hat sicherlich die Ereignisse miterlebt, in denen sich die Gewaltherrschaft des Pontius Pilatus andeutete und von der der Evangelist Lukas berichtet: Es kamen aber zur selben Zeit etliche herbei, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer mehr als alle andern Galiläer Sünder gewesen seien, weil sie solches erlitten haben? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. Oder jene achtzehn, auf welche der Turm in Siloa fiel und sie erschlug, meinet ihr, daß sie schuldiger gewesen seien als alle andern Leute, die zu Jerusalem wohnen? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen! (Lukas 13,1-5 * ) Josephus berichtet später, dass Pilatus abberufen wird, weil seine Gewaltherrschaft für Rom zu einer Gefahr geworden war und sich die Beschwerden über Pilatus häuften (Jüdischen Altertümern).

Als Kaiphas sein Amt antrat, war er sich also bewusst, wie eng sein Spielraum war. In Israel gab es eine Endzeitstimmung. Dass das Kommen des Messias nahe bevorstand, der Israel von den Römern befreien würde, war allen klar. Aber dies war ein Volksglaube. Die Führungselite wusste, wie die Machtverhältnisse waren und handelte danach. Herodes der Große (etwa 73 bis 4 v.Chr.) hatte es vorgemacht. Er hatte durch geschicktes Taktieren und politische und wirtschaftliche Kompetenz ein großes Reich geschaffen, in dem Jerusalem die Hauptstadt war und für den jüdischen Glauben ein gewisser Freiraum existierte, aber unter römischer Oberhoheit. Jesus beschreibt das Vorgehen des Herodes in seinem Gleichnis von den anvertrauten Pfunden ( Lukas 19,11-28 *  ). Die Volkszählung des Quirinius wurde akzeptiert, obwohl Volkszählungen dem jüdischen Gesetz widersprachen ( 2.Mose 30,11-16 *  ) und zu Konroversen in der rechtgläubigen Bevölkerung führten, die bis zu Jesus schwappten, als er listig gefragt wird, wie man es mit der Steuer halten sollte ( Matthäus 22,15-22 *  ). Im Anschluss an diesen Text werden übrigens die Sadduzäer charakterisiert und man kann sicher annehmen, dass Kaiphas ihnen nahe stand.

Über den persönlichen Glauben des Kaiphas wissen wir nichts, aber aus der Tatsache, dass er unter dem grausamen Pontius Pilatus sich als Hoherpriester hatte halten können, kann man sehr wohl schließen, dass er sich pragmatisch mit den Machtverhältnissen arrangiert hat, wohl in doppelter Weise, indem er den Juden so weit entgegen kam, dass sie ihn noch akzeptierten, andererseits aber auch so, dass er Pilatus als verlässlicher Partner erschien.

Kaiphas im Neuen Testament

Matthäus

Matthäus 26,3 * : Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes im Hofe des obersten Priesters, der Kajaphas hieß.

Matthäus 26,57 * : Die aber Jesus festgenommen hatten, führten ihn ab zu dem Hohenpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren.

Lukas

Lukas 3,1-2 * : Im fünfzehnten Jahre aber der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa war und Herodes Vierfürst von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Vierfürst der Landschaft Ituräa und Trachonitis und Lysanias Vierfürst von Abilene, unter den Hohenpriestern Hannas und Kajaphas, erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste.

Johannes

Johannes 11,49-53  * : Einer aber von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahre Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts und bedenket nicht, daß es für uns besser ist, ein Mensch sterbe für das Volk, als daß das ganze Volk verderbe! Solches aber redete er nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahre Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammenbrächte. Von jenem Tage an beratschlagten sie nun, ihn zu töten.

Johannes 18,12-14 * : Die Rotte nun und ihr Oberst und die Diener der Juden griffen Jesus und banden ihn und führten ihn zuerst zu Hannas; denn er war der Schwiegervater des Kajaphas, welcher in jenem Jahre Hoherpriester war. Das war der Kajaphas, der den Juden geraten hatte, es sei besser, daß ein Mensch für das Volk sterbe.

Johannes 18,19-28 * : Der Hohepriester nun fragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zu der Welt geredet; ich habe stets in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet. Was fragst du mich? Frage die, welche gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe! Siehe, diese wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches sagte, gab einer der Diener, die dabeistanden, Jesus einen Backenstreich und sprach: Antwortest du dem Hohenpriester also? Jesus erwiderte ihm: Habe ich unrecht geredet, so beweise, was daran unrecht war; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Da sandte ihn Hannas gebunden zum Hohenpriester Kajaphas. Simon Petrus aber stand da und wärmte sich. Sie sprachen zu ihm: Bist nicht auch du einer seiner Jünger? Er leugnete und sprach: Ich bin's nicht! Da sagte einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da leugnete Petrus abermals, und alsbald krähte der Hahn. Sie führten nun Jesus von Kajaphas in das Amthaus. Es war aber noch früh. Und sie selbst betraten das Amthaus nicht, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passah essen könnten.

Apostelgeschichte

Apostelgeschichte 4,6 * : auch Hannas, der Hohepriester, und Kajaphas und Johannes und Alexander und alle, die aus hohepriesterlichem Geschlechte waren.

Der Prozess

Lukas berichtet sehr verhalten über das Verhör im Hohen Rat. wir erfahren nicht, wer fragt und wer handelt. Wir wissen nur, dass sie alle, einschließlich Kaiphas versammelt waren: Und als es Tag geworden, versammelten sich die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und führten ihn ab vor ihren Hohen Rat; und sie sprachen: Bist du der Christus? Sage es uns! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sagte, so würdet ihr es nicht glauben; wenn ich aber auch fragte, so würdet ihr mir nicht antworten. Von nun an aber wird des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du also der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr saget, was ich bin! Da sprachen sie: Was bedürfen wir weiter Zeugnis? Denn wir selbst haben es aus seinem Munde gehört. (Lukas 22,66-71 * )

Ebenso verhält sich Markus. Nachdem er zunächst davon spricht, dass sich alle Hohenpriester versammelt haben, heißt es dann im Verhör, dass der Hohepriester spricht: Und sie führten Jesus ab zum Hohenpriester; und alle Hohenpriester und die Ältesten und die Schriftgelehrten kamen dort zusammen. Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und er saß bei den Dienern und wärmte sich am Feuer. Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen; und sie fanden keins. Denn obgleich viele falsches Zeugnis wider ihn ablegten, so stimmten die Zeugnisse doch nicht überein. Und es standen etliche auf, legten falsches Zeugnis wider ihn ab und sprachen: Wir haben ihn sagen hören: Ich will diesen mit Händen gemachten Tempel zerstören und in drei Tagen einen andern aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber auch so war ihr Zeugnis nicht übereinstimmend. Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte, fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen? Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der H ohepriester und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels! Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sagte: Was bedürfen wir weiter Zeugen? Ihr habt die Lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie urteilten alle, er sei des Todes schuldig. Und etliche fingen an, ihn zu verspeien und sein Angesicht zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage! Und die Diener nahmen ihn mit Backenstreichen in Empfang. (Markus 14,53-65 * ) Es ist wohl nicht falsch, daraus auf Kaiphas zu schließen. Es ist bezeichnend, dass die frühen Evangelien mit Namen der beteiligten religiösen Führer vorsichtig sind, während Johannes, der sein Evangelium vermutlich geschrieben hat, als diese herren alle schon tot waren, da keine Scheu hat.

Matthäus geht in seinem Bericht ähnlich vor, er berichtet zwar, dass das Verhör im Haus des Hohenpriesters Kaiphas stattfand, berichtet über das Verhör aber ohne Namensnennung: Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen. Aber sie fanden keins, obgleich viele falsche Zeugen herzukamen. Zuletzt aber kamen zwei und sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes zerstören und ihn in drei Tagen aufbauen. Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du der Christus, der Sohn Gottes bist! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt! Überdies sage ich euch: Von jetzt an werdet ihr des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels! Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert! Was bedürfen wir weiter Zeugen? Siehe, nun habt ihr seine Lästerung gehört. Was dünkt euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig! (Matthäus 26,59-66 * )

Aber bereits vor dem Prozess greift Kaiphas persönlich in das Geschehen ein, als die Situation nach seiner Meinung zu eskalieren droht:

Jesus wird zu dem kranken Lazarus gerufen, ihn zu heilen. Er lässt sich Zeit und kommt endlich nach Bethanien, allerdings ist Lazarus schon tot. Jesus will hier ein letztes Zeugnis geben, an dem die Menschen erkennen können, dass er der Messias ist. Er hat schon früher über den Unglauben geklagt, selbst bei seinen Jüngern. In den Abschiedsreden sagt er zu Philippus: Glaubet mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen! (Johannes 14,11 * ) Die Begebenheit mit Lazarus ist ein letztes Zeugnis vor der Welt: Jesus spricht: Hebet den Stein weg! Martha, die Schwester des Verstorbenen, spricht zu ihm: Herr, er riecht schon, denn er ist schon vier Tage hier. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubst, werdest du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob die Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. Doch ich weiß, daß du mich allezeit erhörst; aber um des umstehenden Volkes willen habe ich es gesagt, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast. Und als er solches gesagt, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, an Händen und Füßen mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt. Jesus spricht zu ihnen: Bindet ihn los und laßt ihn gehen! Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn. Etliche von ihnen aber gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. (Johannes 11,39-46   * )

Es geschieht das Unglaubliche. Der Mann, von dem seine Schwester Martha sagt: „Herr, er riecht schon, denn er ist schon vier Tage hier.“ diser Mann steht lebend vor ihnen. Jetzt müsste es allen klar sein: Hier spricht ein Mann, den Gott gesandt hat. Hier ist Gott Vater selbst am Werk. Hier hat das Allmachtswort gesprochen, das sich bereits durch Jesaja offenbarte, als er sprach: wem wollt ihr mich vergleichen, dem ich gleich sein soll? spricht der Heilige. Hebet eure Augen zur Höhe und seht: Wer hat diese erschaffen? Er, der ihr Heer nach der Zahl herausführt, der sie alle mit Namen ruft. So groß ist sein Vermögen und so stark ist er, daß es nicht an einem fehlen kann. Warum sprichst du denn, Jakob, und sagst du, Israel: Mein Weg ist vor dem HERRN verborgen, und mein Recht entgeht meinem Gott? Weißt du denn nicht, hast du denn nicht gehört? Der ewige Gott, der HERR, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unerschöpflich! (Jesaja 40,25-28 * ) und über den Paulus spricht: wie geschrieben steht: «Ich habe dich zum Vater vieler Völker gesetzt» vor dem Gott, dem er glaubte, welcher die Toten lebendig macht und dem ruft, was nicht ist, als wäre es da. (Römer 4,17 * ) Und so ist es verständlich, was dann geschieht: Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn.

Aber in solchen Situationen ist der Pragmatiker gefragt, zumindestens empfindet er es so. Denn als das Wunder in Bethanien geschah, da gab es auch die andere Reaktion: Etliche von ihnen aber gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. Dies allein ist ja nicht falsch. Diese Menschen suchten Wegweisung von ihren geistlichen Führern. Wir lesen dann, worin die Wegweisung bestand: Da versammelten die Hohenpriester und Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was wollen wir machen? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen! Lassen wir ihn so fortfahren, so werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg. Einer aber von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahre Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts und bedenket nicht, daß es für uns besser ist, ein Mensch sterbe für das Volk, als daß das ganze Volk verderbe! Solches aber redete er nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahre Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammenbrächte. (Johannes 11,47-52   * )

Die Wunder Jesu sind eine Gefahr, nicht nur für Kaiphas. Die Wunder Jesu machen offenbar, dass der Glaube des Kaiphas hohl ist, dass er ganz andere Prioritäten hat, dass Gott für ihn nur eine untergeordnete Rolle spielt: „Lassen wir ihn so fortfahren, so werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg.“ Da offenbart sich die oberste Priorität dieser religiösen Führer: „... und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute weg.“

Machterhalt ist nicht nur ein Problem des Kaiphas. Es ist zunächst einmal eine natürliche Reaktion eines verantwortungsvollen Leiters, seiner Funktion als Leiter gerecht zu werden. Also tat Kaiphas nur, was man als verantwortungsvoller Leiter tun muss? Im nächsten Satz entlarvt sich Kaiphas: „Ihr wisset nichts und bedenket nicht, daß es für uns besser ist, ein Mensch sterbe ...“ Darum geht es ihm. Aus pragmatischen Gründen, aus politischer Rücksichtnahme auf die Römer, muss dieser mann sterben. Alles andere zählt nicht. Und außerdem drängt das Passahfest. Diese Herren mussten sich auf dem Passahfest zeigen und Segen spenden. Sie hatten Eile.

Wir hören nicht, dass es in dieser Veranstaltung eine Frage nach dem Willen Gottes oder eine Bewertung der Wunder Jesu gab, schließlich gab es einige unter ihnen, die Jesu Taten auf den Beelzebul zurückführten: Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen! (Matthäus 12,24 * ) Mindestens einige aus dem Hohen Rat hatten Jesu Wunder miterlebt.

Jetzt ist es sehr einfach, diese Geschichte zu einem jüdischen Problem zu machen: Die Heilandsmörder sind am Werk. Hier stellt die Passionszeit eine ganz andere Frage an uns: Wie ist die Gruppendynamik in dem Umfeld, in dem ich agiere? Kann der Geist Gottes sprechen, ohne dass ich gleich mit meinen Lieblingsideen dazwischenfahre und ihn belehre? Als ich am Ende meiner Zeit als Oberassistent an der Universität über meine Zukunft nachdachte, hatte ich die Alternative, in die Industrie zu gehen oder eine Hochschulkarriere zu suchen. Eines abends, als ich die Hochschule verließ, um in den Feierabend zu gehen, war es mir, als wenn der HERR zu mir spricht: „Du wirst in die Industrie gehen, und du wirst ein Professor werden.“ Mein spontaner Gedanke war: „HERR, das verstehst Du nicht, entweder das eine oder das andere.“ Zwar war mir sofort klar, dass man so mit dem HERRN nicht spricht, aber so sind wir: Sagt der HERR etwas, das nicht in unsere Denkschemata passt, dann greifen wir belehrend ein. Ich bin dann wohlgemut in die Industrie gegangen und habe gespannt gewartet, ob der HERR sein Wort wahr macht. Er hat es wahr gemacht, eine Universität, an der ich verschiedene Vorlesungen gehalten habe, hat mich zum Professor ernannt. Das eine gab der HERR mir, um meinen Lebensunterhalt und noch vieles mehr zu verdienen, das andere in seiner großen Liebe, weil er wohl wusste, dass ich auch gerne an der Hochschule geblieben wäre.

Warum diese Geschichte? Selbst ein frommer Mann hat Schwierigkeiten, Gottes Wegweisung anzunehmen, wenn sie außerhalb der ausgetretenen Pfade unserer Denkmuster ist. Das geht so weit, dass heute einzelne Theologen die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus nicht glauben, weil man ja weiß, dass Tote nicht auferstehen. Ich weiß das und deshalb muss es auch so sein. Daran hat sich dann auch der HERR zu halten(?).

Der HERR hält sich nicht daran. Ein Gott, der in die Grenzen meines oder überhaupt eines menschliche Geistes eingesperrt werden kann, der diese Grenzen nicht sprengt, was ist er mehr als ein Super-Mensch. Schon Jesaja hat seine Zuhörer zur Zurückhaltung ermahnt, indem er das Bild vom Ton und vom Töpfer gebraucht: O ihr verkehrten Leute! Soll der Töpfer für Ton geachtet werden oder das Werk von seinem Meister sagen: «Er hat mich nicht gemacht?» Oder soll das Geschöpf von seinem Schöpfer sagen: «Er hat keinen Verstand?» (Jesaja 29,16 * )

Nun wird weder ein Kaiphas noch irgend ein religiöser Führer sagen: „Gott hat keinen Verstand.“ Aber wir handeln danach, wenn wir das Handeln Gottes in die Grenzen unseres Verstandes einzwängen. Und es wird um so schlimmer, auch für uns persönlich, wenn wir das, was Gott zu unserer Befreiung vorhat, gering achten und uns stattdessen auf uns selbst verlassen. 40 Jahre später werden die Kinder dieser Mitglieder des Hohen Rates weinend vor den Aufständischen in Jerusalem stehen und sie bitten, Jerusalem den Römern zu übergeben, damit es nicht zerstört wird. Dann wird es für sie zu spät sein. Dann werden die Aufständigen nicht auf sie hören und das Wort Jesu wird wahr werden: Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht zerbrochen wird! (Markus 13,2 * ) Josephus berichtet eindrücklich, wie schrecklich die Zeit der Belagerung und insbesondere die Eroberung Jerusalems für die Bevölkerung war.

Aber trotzdem ließ Gott auch diesen Hohen Rat nicht ohne eine Botschaft: Ihr wisset nichts und bedenket nicht, daß es für uns besser ist, ein Mensch sterbe für das Volk, als daß das ganze Volk verderbe! (Johannes 11,50   * ) Es ist klar, was er damit meinte. „Habt euch nicht so, ihr Bedenkenträger, das Leben eines Menschen spielt keine Rolle, wenn es um den Fortbestand der Nation geht.” Diese Menschen, die pragmatisch an eine Sache herangehen, haben schon etwas verführerisches. Jedes Gericht der Welt würde so verfahren und zugeben, dass ein niedrigeres Rechtsgut geopfert werden darf, wenn ein höheres Rechtsgut gefährdet ist. Aber er hat nur scheinbar Recht, denn er hat mit menschlichen Augen auf einen Vorgang geschaut, in dem Gott der Handelnde ist und in dem der menschliche Horizont einfach zu klein ist. Und so kommentiert Johannes die Worte des Kaiphas aus der Sicht Gottes: Solches aber redete er nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahre Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in Eins zusammenbrächte. (Johannes 11,51-52   * )

Aber der Hohe Rat ist weit davon entfernt, nach Gottes Plänen zu fragen. Von jenem Tage an beratschlagten sie nun, ihn zu töten. (Johannes 11,53   * ) Sie gehen sogar soweit, dass sie auch Lazarus töten wollten: Da beschlossen die Hohenpriester, auch Lazarus zu töten, denn seinetwegen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus. (Johannes 12,10-11  * ) Waren sie bisher die Pragmatiker, so gehen sie jetzt einen entscheidenden Schritt weiter. Sie wollen diesen kraftvollen Beweis, dass Jesus der verheißene Messias ist, vernichten. Hier finden wir auch den Grund, warum die frühen Evangelien die Auferweckung des Lazarus und die Einzelheiten, die ihnen aus dem Hohen Rat bekannt waren, vermutlich über Nikodemus, der Mitglied des Hohen Rates war, nicht berichteten. Sie mussten um das Leben der Beteiligten fürchten. Als der alte Apostel Johannes, vermutlich als letzter überlebender Augenzeuge, sein Evangelium schreibt, waren diese Mitglieder des Hohen Rates alle bereits verstorben und wohl auch Lazarus. Eine Gefährdung bestand also nicht mehr und er konnte berichten und Namen nennen.

Wenn es heißt: Da beschlossen die Hohenpriester, auch Lazarus zu töten, (Johannes 12,10  * ), dann wird nicht gesagt, dass es irgendwelche untergeordneten Offiziere waren, es waren die Hohenpriester, also insbesondere Kaiphas und Hannas, die diesen Beschluss fassten. Und so sind die, die als Pragmatiker der Macht gestartet sind, plötzlich zu ganz gemeinen Kriminellen geworden. Und dieser Beschluss ist ein Beweis ihrer Ohnmacht. Denn wenn sie wirklich etwas in der Hand gehabt hätten, dann hätten sie diesen Beschluss nicht zu fassen brauchen. Sie hätten den Betrug nur aufdecken müssen. Sie waren sich auch bewusst, dass sie mit einem förmlichen Todesur teil gegen Lazarus bei Pilatus nicht durchgekommen wären. Im Gegenteil, es ist ihnen ja schon schwer genug gefallen, das Todesurteil gegen Jesus durchzusetzen. Also ging es bei Lazarus um einen ganz gemeinen Mord.

So erleben wir an der Person des Kaiphas, wie die Begegnung mit dem lebendigen Gott, die den Jüngern den Weg zum Leben eröffnete, Kaiphas zum Fallstrick wurde. Er wollte die Fakten einfach nicht sehen. Damit befindet er sich in guter Gesellschaft, denn auch heute wollen viele Menschen nicht sehen, das Gott, der Vater, in Jesus den Christus gesandt hat, der uns das Leben bringen soll. Kaiphas ist als erfolgreicher Hoherpriester gestorben. Er hat vermutlich keinen Mangel gelitten. Er wurde abgelöst, als sein Freund Pilatus abgelöst wurde, wie wir oben schon dargestellt haben.

Haben wir damit mit Kaiphas einen schwarzen Peter gefunden, einen Bösen, der unser Leben um so heller erscheinen lässt. Weit gefehlt. Wir haben mit Kaiphas einen Menschen gefunden, der ein an der Realität seiner Zeit orientierter, pragmatischer Machtpolitiker war und der seine Position zu verteidigen wusste. Aber wir haben auch einen Menschen gefunden, an dem der Atem Gottes vorübergegangen ist und er hat es nicht bemerkt. Im Gegenteil, er hat es bekämpft.

So ist Kaiphas eigentlich ein sehr armseliger Mensch, der so verblendet war, dass er die Begegnung mit dem lebendigen Gott verpasst hat. Und er ist in seinem Versuch, das Handeln des lebendigen Gottes zu unterbinden, zu einem Kriminellen geworden, zu einem, der zu Mord aufruft. Er begegnet dem Sohn Gottes und es wird ihm zum Fallstrick, weil er sich durch diesen Jesus aus Nazareth plötzlich in seiner Welt, in seiner Weltsicht, gestört und herausgefordert fühlt. Er will festhalten, was er hat und zerstört es gerade dadurch, wie die Ereignisse 70 n.Chr. zeigen, als Jerusalem zerstört wird.

Kaiphas ist Geschichte, aber es gibt viele religiöse Führer in der Welt, nicht nur Hohepriester und Päpste oder Präsidenten irgendwelcher Denominationen, sondern auch Gemeindeleiter und Älteste von Ortsgemeinden. Sie alle bewahren aus der Vergangenheit Werte, die einmal wichtig waren und des bewahrens wert sind. Kaiphas zeigt uns, dass wir mit dem Bewahren sehr vorsichtig sein müssen, wenn Gott ein Neues Pflügen will. Was geschieht in meinem Verantwortungsbereich, wenn ich erlebe, wie jemand ohne meine Zustimmung Tote auferweckt, oder vielleicht „nur”, wenn jemand Kranke heilt. Kaiphas zeigt uns auch, dass Gott sich nicht aufhalten lässt. Und vielleicht geht es uns dann auch so, dass Gott uns ein Wort in den Mund legt, über das wir einmal aus der Sicht Gottes nachdenken sollten, so wie es Kaiphas geschehen ist: Ihr wisset nichts und bedenket nicht, daß es für uns besser ist, ein Mensch sterbe für das Volk, als daß das ganze Volk verderbe! (Johannes 11,50  * )

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Eine Predigt in der Pandemie

Nebukadnezar hatte ein Standbild errichten lassen, das alle Menschen in seinem Reich anbeten sollten. Er weihte es mit seinem Hofstaat ein und gab Befehl, dass es angebetet werden sollte, wenn ein Trompetensignal ertönt. Wer dazu nicht bereit war, sollte in den glühenden Feuerofen geworfen werden. Sadrach, Mesach und Abednego, gläubige Juden, sind nicht dazu bereit. Sie werden vor dem König verklagt und widerstehen trotzdem dem Befehl des Königs:

Daniel 3,16-18  * : Sadrach, Mesach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir haben nicht nötig, dir hierauf ein Wort zu erwidern. Sei es nun, daß unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem glühenden Feuerofen befreien kann und uns von deiner Hand erretten wird, oder nicht, so sollst du wissen, o König, daß wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten werden, das du aufgestellt hast!

Diese Männer haben durch göttliches Eingreifen den Feuerofen überlebt. Ob Johann Hus, der böhmische Reformator des 14.Jahrhunderts, während seines Prozesses, an dessen Ende der Scheiterhaufen stand, auch an diese Männer gedacht hat? Wir wissen es nicht. Johann Hus ist, Loblieder singend, verbrannt worden, weil er Gott mehr gehorchen wollte als den Menschen. die drei Männer haben den Feuerofen überlebt. Als Sadrach, Mesach und Abednego diese Worte sprachen, war der Ausgang des Verfahrens auch für sie eigentlich ganz klar: Sie würden in diesem Ofen verbrennen, denn der König war sichtbar erzürnt über ihren Widerstand.

Mein Großvater war Kommunist und ist Anfang der 30'er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zum Glauben gekommen und hat daraufhin sein Leben verändert. Als die Kommunisten in Sachsen mit Hilfe der russischen Truppen die Macht übernahmen, erinnerten sich viele seiner ehemaligen Kollegen noch daran, dass er einmal zu ihnen gehört hatte und versuchten ihn wieder für ihre Sache zu gewinnen. Als dies nicht gelang, begannen sie, ihn zu verspotten. Er erzählte mir einmal die folgende Geschichte: In den 50'er Jahren ist in der DDR noch häufig der Strom ausgefallen. Mein Großvater war Former in einem Stahlkombinat. Er hatte seine Form fertiggemacht, der Stahl war verflüssigt und musste nun umgehend, bevor er wieder erkaltete, in die Form gegossen werden. In diesem Moment fiel der Strom aus. „Na, Kurt, wo ist nun dein Gott?” rief einer seiner Kollegen. In diesem Moment war der Strom wieder da und mein Großvater konnte den Guss vollenden. „Da ist mein Gott!”

Hinterher lassen sich solche Geschichten gut erzählen. Aber wie ist es, wenn man mitten drin steht. Sadrach, Mesach und Abednego standen mitten drin. Der Ofen war heiß, das konnten sie sehen, das wussten sie zumindest. Wir hören auch nicht von einem prophetischen Wort, das die drei bekommen hätten: „Habt keine Angst, euch wird nichts passieren!” Sie standen vor dem tobenden König und schauten dem Tod ins Gesicht.

Uns steht heute kein tobender Potentat gegenüber. Das, was uns bedroht, kommt lautlos daher, in kleinen Wassertröpfchen verborgen, die man kaum sehen kann. Es sind Viren, die irgendwo in China von Tieren auf Menschen übertragen worden sind und sich mit immer größer werdender Geschwindigkeit auf die ganze Welt ausbreiten. Und wir sehen die Bilder, wie Menschen, die vor wenigen Wochen noch fröhlich ihre Straße gezogen sind, plötzlich hingeworfen auf Krankenbetten liegen, künstlich beatmet und in künstlichem oder auch echtem Koma. Und immer mehr von diesen Menschen versterben.

Und niemand, der dies im Fernsehen sieht, kann ausschließen, dass es ihn nicht als nächsten trifft. Ich zumindest habe kein prophetisches Wort, in dem der HERR sagt, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche, weil es mich nicht treffen wird. Jede Begegnung mit anderen Menschen wird zum Zufallsexperiment, denn viele Menschen sind befallen, ohne es zu wissen. Und so weiß ich nicht, ob der Mensch, der mir begegnet, das Geld, das ich anfasse, nicht schon infiziert sind. Ich bin nicht in der Situation, dass ich meinen Enkeln erzählen kann, dass ich es gut überstanden habe, weil ich viel Gesundheitstee getrunken habe. Ich stehe mitten drin und weiß nicht, ob dann, wenn es mich womöglich erwischt, noch genügend Beatmungsgeräte da sind.

Wir sind im Augenblick nicht viel schlauer als unsere Vorfahren im Mittelalter, als die Pest durchs Land zog. Wir haben die vage Hoffnung, dass ein Medikament oder ein Impfstoff gefunden wird. Aber im Augenblick können wir nicht mehr tun, als hoffen, dass es uns nicht erwischt.

„Wo ist euer Gott?” Was können wir sagen, wenn uns jemand so fragt? Wir müssen auch gestehen, dass wir ausgeliefert sind. Wir hoffen, dass nichts passiert, wir beten dass nichts passiert, aber wir können keine Sicherheiten anbieten.

Und doch können wir etwas anbieten: Da ist ein lebendiger Gott, der auch in dieser Situation die Geschicke der Menschen und mein Geschick lenkt. Und dieser Gott wird zu seiner Zeit das Wort sprechen, auf das wir alle warten: „Es ist genug!” Und damit diese Pandemie beenden. ( 2.Samuel 24,16 *  )

Ein Pfarrer, Prof. Dr Dr h.c. Christoph Stückelberger, der sich auch mit Fragen der Ethik beschäftigt, hat einige Prinzipien aufgestellt, die er „Ten concerns from an ethical perspective” nennt. Er überschreibt sie: „Coronavirus COVID-19: Let’s stay together – at a distance” (Globethics.net). Darin schreibt er unter der Überschrift «Faith Matters»: «Two thirds of humanity would describe themselves to some extent or other as religious. What does this pandemic mean for faith in God or for trust in karma as a way of existence? Many religious communities care deeply for the sick and lonely. Prayers, meditation and encouragement with hope matter. The worst thing religious communities could do now is to increase the suffering by preaching that such a pandemic is a punishment of God for individual or collective misbehav iour or a result of behaviour in former lives or if they disrespect state orders and continue worshiping, arguing that they place their trust only in God. So-called trust in God while disrespecting medical advice and caring is unethical and irresponsible. Medical staff and researchers who develop a vaccine are gifts of the Almighty.»

Übersetzung: Zwei Drittel der Menschheit würden sich selbst in dem einen oder anderen Rahmen als religiös bezeichnen. Was bedeutet diese Pandemie für den Glauben an Gott oder das Vertrauen in das Karma oder für die Art unserer Existenz? Viele religiöse Gemeinschaften sorgen gründlich für die Kranken und Einsamen. Gebet, Meditation und Ermutigung mit Hoffnung hat eine Bedeutung. Das Schlimmste, was religiöse Gemeinschaften jetzt tun könnten, wäre, dass sie das Leiden der Menschen dadurch erhöhen, dass sie predigen, dass solch eine Pandemie eine Strafe Gottes für individuelles oder kollektives Fehlverhalten ist oder dass es das Resultat eines Verhaltens in einem früheren Leben ist oder dass argumentiert wird, dass sie dadurch ihr Vertrauen nur auf Gott setzen, wenn sie staatlichen Anweisungen nicht gehorchen und fortfahren mit der Anbetung. Das so genannte Gottvertrauen, wenn es medizinischen Rat und Fürsorge missachtet, ist unethisch und unverantwortlich. Medizinische Mi tarbeiter und Forscher, die einen Impfstoff entwickeln, sind Gaben des Allmächtigen.

Lassen wir einmal alle Aspekte außer Acht, die er im Blick auf nicht-christliche Religionen gesagt hat, dann schreibt er aus ethischen Gründen doch Folgendes vor:

Lassen wir den zweiten Punkt einfach einmal so stehen, auch wenn der darin aufgebaute Gegensatz gar nicht existiert: Wir können doch mit unserer Anbetung fortfahren und dabei aber getreu nach Römer 13 *  auch den staatlichen Anweisungen folgen, also etwa im Haus bleiben. Dies gilt dann so lange, wie diese staatlichen Anweisungen eine nachvollziehbare medizinische Begründung haben. Bei Maßnahmen, die über das medizinisch Gebotene hinausgehen und willkürlicher Natur sind, wird sich schon die Frage nach den Motiven des Staates stellen und der Aspekt: „Du sollst Gott mehr gehorchen als den Menschen” zu prüfen sein. In einer Situation, in der der Staat willkürlich Freiheitsrechte außer Kraft setzt, sind aber nicht nur die Christen allein, sondern alle Demokraten gefordert. Aber eine solche Situation ist in unserem Land, soweit man es heute absehen kann, erfreulicherweise kein Thema.

Aber zum ersten Punkt stellt sich doch die Frage: Ist die Welt so einfach? Reicht es, aus ethischen Gründen zu verbieten, an die Verantwortung der Menschen für ihr Leben zu erinnern? Ist diese Pandemie nicht auch deshalb entstanden, weil lokale Verantwortliche in Wuhan sie wochenlang verschleiert haben, so dass sich sich erst einmal in der Stadt Wuhan ausbreiten konnte und damit schließlich über die ganze Welt hereinbrach? Ist individuelles Fehlverhalten hier nicht offenkundig? Haben nicht Regierungen die Gefahr lange kleingeredet? Und reden sie nicht bis heute davon, wie stark unser Gesundheitswesen ist und dass wir uns keine Sorgen zu machen brauchen? Ist unser Leben ohne Gott, unser fortschreitender Atheismus, und damit einhergehend eine immer stärkere Brutalisierung unserer Gesellschaft, die Lieblosigkeiten unter dem Deckmantel der Selbstverwirklichung gerne toleriert, aber in keiner Weise nach Gottes Wort fragt? Hier machen wir es uns zu einfach, wenn wir mit Verweis auf die Opfer der Frage nach dem Handeln Gottes ausweichen.

Wir müssen hier sehr klar sehen, dass Täter und Opfer, wie fast immer in der Weltgeschichte, nicht dieselben sind. Der Arzt, der mutig von der Gefahr durch das Virus gesprochen hat und von den Behörden gemaßregelt wurde, ist mittlerweile an dem Virus verstorben. Ich weiß nicht, ob der Parteisekretär, der ihn gemaßregelt hat, noch lebt. Darüber hinaus ist es auch sehr leicht, die Schuld auf die chinesischen Verhältnisse zu schieben. Haben die Behörden in Europa und den U.S.A. sofort und mit klaren Entscheidungen reagiert. Wieviele Bagatellisierungen haben wir gehört, bevor die Behörden angefangen haben, auf Virologen zu hören.

So bleiben viele Fragen, die sich die Gesellschaft stellen muss, auch und gerade im Angesicht der unendlichen Trauer, die diese Pandemie über die Menschheit bringt. Diese Fragen sind auch dann nicht zu umgehen, wenn man die Frage nach Gott einfach ausklammert, so wie es heute bei vielen Menschen der Fall ist. Paulus ist hier sehr klar in dem, was er sagt: Irret euch nicht; Gott läßt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. (Galater 6,7  * ) Gott lässt sich nicht einfach ausklammern, Gott handelt souverän, ob unser Denken dies akzeptieren will oder nicht. Der Kurzschluss, den viele Menschen hier machen, trifft nicht zu: Wenn es heißt, dass der Mensch erntet, was er sät, dann ist es leider nicht immer derselbe Mensch. Der Mensch Hitler hat seine Hassparolen gesät und wie viele Menschen mussten ernten, in den KZ, in den Kriegsgebieten. David hat als König auch so manchen Fehlgriff getan. Angesichts einer Pest, spricht er: Als David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum HERRN: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat begangen! Was haben aber diese Schafe getan? Laß doch deine Hand wider mich und wider meines Vaters Haus gerichtet sein! (2.Samuel 24,17 * ) Hier hat ein Herrscher etwas kapiert. Das ist in der Weltgeschichte eher selten. Während Hitler wie ein Hund sich aus der Welt stehlen musste, sind die Stalins und Maos in ihren Betten gestorben, obwohl man auch im Blick auf die Menschen ihres Herrschaftsbereiches fragen kann: „Was haben aber diese Schafe getan?”

So stehe ich als ein Mann Gottes im Angesicht dieser Pandemie, lese von den vielen Särgen, die in den Hochburgen der Pandemie in die Krematorien getragen werden und frage wie David: „Was haben aber diese Schafe getan?”

Wie kann es sein, dass unsere Wissenschaft ungeahnte Höhen erreicht hat und wir plötzlich vor einer Pandemie stehen wie das Mittelalter vor der Pest. Wir können nichts tun. Uns wird bewusst, dass wir trotz unserer gewaltigen Errungenschaften wie das Kaninchen auf die Schlange schauen. Wenn sie zubeißt, dann ist es geschehen. Ist jetzt die Frage nach Gott nicht geradezu zwingend? Ist es nicht zwingend, zu fragen, wie das geschehen konnte? Und reicht es aus, den kleinen Parteisekretär in Wuhan zu tadeln, der nicht rechtzeitig reagiert hat? Reicht es aus, die Schuld in China zu suchen?

Wer an den Fortschritt glaubt, wird sagen, dass das halt noch ein wenig zu früh gekommen ist. In ein paar Jahren werden wir den unversalen Impfstoff haben, der die Antikörper produziert, die wir in einem solchen Fall brauchen. Möge er das glauben. Wie viele von denen, die an den Fortschritt glauben, haben den Sieg über die Pest gefeiert, haben das Penicillin gefeiert und gedacht, dass uns so etwas nicht wieder passieren kann. Selbst unsere Bakterien sind mittlerweile schlauer als unser Penicillin. Und unsere heutige Situation und die Pest im Mittelalter sind nicht so weit voneinander entfernt, wie wir es gerne glauben möchten.

Und wenn ich an Gott glaube? Da ist die bohrende Frage, warum Gott das zulässt. „Was haben aber diese Schafe getan?” Und wir müssen eine klare Antwort geben: „Ja, Gott hat das zugelassen!” Wir können nicht einerseits behaupten, wir glauben an Gott, und andererseits diese Pandemie mit den Worten „Dumm gelaufen!” abtun. Wir müssen uns, auch als Gesellschaft, der Frage stellen, was dies bedeutet. Der Ausweg „Dumm gelaufen!” ist zu einfach. Gott selber drückt sich auch nicht um seine Verantwortung, denn er spricht durch seinen Propheten Amos: Kann man in die Posaune stoßen in der Stadt, ohne daß das Volk erschrickt? Geschieht auch ein Unglück in der Stadt, das der HERR nicht tue? Nein, Gott, der HERR tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten. (Amos 3,6-7 * ) Über die Pest, die in Israel ausbrach, schreibt das zweite Buch Samuel: Da ließ der HERR Pestilenz in Israel kommen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, daß von dem Volk, von Dan bis Beerseba, siebzigtausend Mann starben. (2.Samuel 24,15 * ) Gott ließ es kommen, ließ es geschehen. Ein schrecklicher, ein undenkbarer Gedanke? Wer von dem Allmächtigen spricht, der kann eigentlich gar nicht anders denken. Ist Gott allmächtig, so kommt nichts an seiner Allmacht vorbei, weder Hitler noch Covid-19. Und dann stellt sich uns als Gesellschaft die Frage: „Warum ließ es Gott zu?”

Und die Antwort scheint mir zu sein: „Uns geschieht, wie wir geglaubt haben.” Als blinde Männer zu Jesus kommen und nach Heilung verlangen, berichtet uns Matthäus: Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus fragte sie: Glaubt ihr, daß ich solches tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr! Da rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben! (Matthäus 9,28-29 * ) Wenn Jesus den Glauben unseres Volkes sieht, dann wird er feststellen, dass wir glauben, wir haben alles im Griff. Und wir haben die finanziellen Mittel, das alles durchzustehen. Und wir haben ein Gesundheitswesen, das auf alles vorbereitet ist. Stattdessen müssten wir eigentlich demütig feststellen, dass unsere Mittel beschränkt sind. Wir sehen in anderen Ländern, wie sehr dort das Gesundheitswesen bereits an seinen Grenzen angekommen ist und Menschen über 60 Jahren schon gar nicht mehr beatmet werden, um wenigstens die Jüngeren zu retten. Wir sind nur zwei bis drei Wochen hinter diesen Ländern, wenn wir die Durchdringung mit dem Virus anschauen.

Dies muss angesprochen werden. Denn es ist ja auch ein Hilferuf, wenn ein Heide fragt: „Na, Kurt, wo ist nun dein Gott?” Nützt denn wenigstens der Glaube? Allerdings ist es meist ein rhetorischer Hilferuf, denn ist die Gefahr vorbei, geht alles so weiter wie bisher. Dabei wäre es schon wichtig und geboten, nicht nur das Fehlen von Impfstoffen zu beklagen, sondern auch das verantwortungslose Treiben insgesamt, verantwortungslos deshalb, weil wir uns vor der letzten Verantwortung drücken, der Verantwortung vor Gott. Die Amokläufer unserer Zeit meinen, wenn sie sich zum Schluss selbst erschießen, dann haben sie es geschafft. Wie sehr sie sich täuschen, werden sie merken, wenn sie vor Gott stehen. Aber unsere Wissenschaft schreitet heute stolz daher und meint, sie könne beweisen, dass die Frage nach Gott obsolet sei. Und so ist es geradezu unsere Pflicht, daran zu erinnern: Irret euch nicht; Gott läßt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. (Galater 6,7  * )

Aber den armen Menschen, der aus seinem Haus gehen muss und weiß, dass er sich einem gewissen Risiko aussetzt, was ist ihnen zu sagen? Nein, es gibt kein Wort in der Schrift, dass dem, der immer ordentlich seine Arbeit macht und sich nichts zu Schulden kommen lässt, Sicherheit in allen Lebenslagen verspricht. Die Propheten des Alten Bundes haben Gott geliebt und sind ihm gehorsam gefolgt. Und trotzdem haben sie unter der Last ihrer Verantwortung geseufzt. Sie haben viel Zeit ihres Lebens im Gefängnis verbracht oder auf der Flucht. Viele sind hingerichtet worden. Auch der Christ hat keinen Rechtsanspruch gegenüber Gott, dass sein Leben von Unglück frei sei. Als Jesus danach gefragt wird, lässt er sich auf die Frage nach mehr oder weniger Schuld gar nicht ein: Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer mehr als alle andern Galiläer Sünder gewesen seien, weil sie solches erlitten haben? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. Oder jene achtzehn, auf welche der Turm in Siloa fiel und sie erschlug, meinet ihr, daß sie schuldiger gewesen seien als alle andern Leute, die zu Jerusalem wohnen? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen! (Lukas 13,2-5 * )

Keiner von uns hat einen Rechtsanspruch gegenüber Gott. Denn es ist kein Unterschied: Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes, (Römer 3,23 * ) Paulus bringt es klar auf den Punkt. Aus Gottes Sicht kann keiner von uns Menschen sein Haupt erheben, aus Gottes Sicht ist unsere Leistung unzulänglich, besitzen wir keinen Rechtsanspruch.

Und damit schließt sich der Kreis zu unserem alttestamentlichen Bibeltext: Daniel 3,16-18  * : Sadrach, Mesach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir haben nicht nötig, dir hierauf ein Wort zu erwidern. Sei es nun, daß unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem glühenden Feuerofen befreien kann und uns von deiner Hand erretten wird, oder nicht, so sollst du wissen, o König, daß wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten werden, das du aufgestellt hast! Wir bekennen, dass Gott uns vor dieser Pandemie bewahren kann. Wir wissen aber nicht, was Gott mit uns vorhat. Wir wissen, dass er uns lieb hat. Jesus sagt uns: An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. (Johannes 16,26-27 * ) Der Vater selbst, der lebendige Gott, hat uns lieb. Dieses ist eine diesseitige und eine jenseitige Hoffnung. Und diese Hoffnung gibt uns den Mut, in dieser Welt zu stehen und mit dieser Welt zu leiden. Sei es nun, daß unser Gott, dem wir dienen, uns vor dieser Covid-19-Infektion bewahren wird und uns überleben lässt oder nicht, wir werden vertrauensvoll in die Zukunft schauen, denn unsere Hoffnung endet nicht mit dem Tod. Unsere Hoffnung ist größer. Wir vertrösten nicht auf ein Leben nach dem Tode, sondern schauen mit offenen Augen auf das, was in der Welt und um uns herum geschieht. Wir können das tun, weil wir durch den Geist Gottes einen klaren Blick haben. Aber unser Blick ist darauf nicht beschränkt, unsere Hoffnung endet nicht an den Lasten des Alters oder an der Schwelle des Todes. Eigentlich beginnt sie da erst richtig. Deshalb bekennen wir:

Sollte unser Gott uns vor dieser Pandemie bewahren oder nicht, wir leben aus einer Hoffnung, die auf dem Frieden Gottes aufbaut, der höher ist als alle unsere menschliche Vernunft. Dieser bewahrt unsere Herzen und Sinne ( Philipper 4,7 *  ). Daran halten wir fest.

Amen

⇒ Die Predigt mit den Textdateien



COVID-19 - Betet ohne Unterlass

Inhaltsverzeichnis

Die medizinische Perspektive

Verschwörungstheorien

Die geistliche Perspektive

Wofür sollen wir beten?

Die Triage

Die medizinische Perspektive

Über COVID-19 hat WIKIPEDIA viele Fakten gesammelt, die hier nicht wiederholt werden sollen. Nach Einschätzung von Chr. Drosten, Leiter des Institus für Virologie der Charité in Berlin kann man nichts Abschließendes über die COVID-19-Pandemie sagen, muss aber davon ausgehen, dass sie erst dann verschwindet, wenn etwa 70% der Bevölkerung diese Infektion hatten(!) und damit Antikörper entwickelt haben. Die Krankheit verläuft für einen hohen Prozentsatz fast unbemerkt oder wie eine ganz normale Grippe. Nur ein kleiner Prozentsatz wird dadurch in seiner Lungenfunktion so geschädigt, dass er einer klinischen Behandlung bedarf und im schlimmsten Fall sein Leben gefährdet ist. Sein Rat war, den Arzt über eine solchen Infekt zu informieren und zu Hause zu bleiben. Erst wenn Atemprobleme auftreten, sollte der Kranke in ein Krankenhaus eingeliefert werden, da dann eventuell eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich wird. Aber die Erkenntnisse über die Krankheit sind im Fluss und können jederzeit zu neuen oder präziseren Vorschriften führen. Diese Aussagen entstammen einem Beitrag des ZDF von Maybrit Illner vom 12. März 2020.

Damit ist die Perspektive düster: 70% der Menschen müssen durch diese Krankheit durch, 1% dieser Menschen werden sterben. Das einzige, das wir tun können, ist, die Ausbreitungsgeschwindigkeit so zu verlangsamen, dass für die schwer erkrankten Menschen Betten in den Intensivstationen unserer Krankenhäuser zur Verfügung stehen, damit die Sterblichkeitsrate möglichst gering bleibt.

70% von 80 Millionen Deutschen sind 56 Mio. Deutsche. 1% davon sind 560 000. Es würden also nach diesen Angaben 560 000 Deutsche diese Pandemie nicht überleben. Dies ist eine bittere Erkenntnis.

Nun kann man die Zahlen wieder schönrechnen, wenn man annimmt, dass nicht alle COVID-19-Infektionen auch als solche erkannt werden. Nehmen wir einmal an, die Sterblichkeitsrate ist berechnet worden, weil in einer Untersuchung in einer Region 10 Menschen an einer COVID-19-Infektion verstorben sind und andererseits 1000 Menschen infiziert waren. Nimmt man eine Dunkelziffer von 100% an, so heißt das, dass weitere 1000 Menschen in dieser Region mit COVID-19 infiziert sind, aber nicht erkannt sind, es vielleicht selber nicht gemerkt hatten, weil sie nur milde Grippesymptome oder überhaupt keine Symptome hatten. Dann muss man also schätzen, dass in dieser Region tatsächlich weitere 1000 Menschen unerkannt infiziert wurde, also insgesamt 2000 Menschen infiziert waren. Damit ist die Sterblichkeitsrate 10/2000, also nur 0,5%. Diese Unsicherheit besteht und lässt hoffen, dass die tatsächliche Sterblichkeitsrate geringer ist. Deshalb ist die Schätzung von 560 000 Todesfällen durch COVI D-19-Infektionen vermutlich oder besser gesagt hoffentlich wesentlich zu hoch.

Gehen wir also von einer Dunkelziffer von 100% aus, also davon, dass nur jede zweite Infektion bekannt wird, so geht die Schätzung von 560 000 Versterbenden auf 280 000 Versterbende herunter, immer noch eine sehr hohe Zahl. Unter der Annahme, dass nur jede 10. COVID-19-Infektion erkannt wird, liegt die Zahl der durch dass Virus umkonnenden Menschen in Deutschland bei geschätzten 560 000/10 = 56 000 Menschen. Diese Zahl ist immer noch so groß, dass man sie kaum auf die Menschheit hochrechnen mag, zumal die medizinischen Voraussetzungen in vielen Ländern sehr viel schlechter sind oder, wie in den U.S.A., für viele Menschen unbezahlbar sind.

Macht man sich klar, was das bedeutet, so wird deutlich, dass hier einschneidende Maßnahmen gerechtfertigt sind. Es wird aber auch klar, dass diese Maßnahmen einen Prozess nur begleiten, dass sie den Prozess nur verlangsamen, nicht aber abschwächen oder gar aufhalten können.

Verschwörungstheorien

Es geschieht kaum etwas in der Welt, ohne dass irgend jemand die Idee hat, dahinter könne eine Verschwörung stecken. Verschwörungstheoretiker machen irgend jemanden verantwortlich, vornehmlich solche Menschen, denen man schon immer etwas heimzahlen wollte. Haben wir es hier etwa mit einer Verschwörung zu tun, hat irgend jemand dieses Virus mit Bedacht in die Welt gesetzt?

Bei COVID-19 geht man wohl richtig in der Annahme, dass es sich hier um menschliche Dummheit handelte.

Aus den vorliegenden Informationen ist wohl folgendes am naheliegendsten: Irgendwo in einem Markt in Wuhan kam das Virus in einem Tierkörper auf den Markt oder lag in einem Müllberg verborgen am Boden. Jemand hat frisches Gemüse gekauft, das mit diesem Tierkörper in Berührung kam oder hat Gemüse aufgehoben, das auf den Boden gefallen war und dadurch mit dem infizierten Müllberg in Berührung kam. Wer chinesische Märkte kennt, weiß, dass das sehr leicht möglich ist. Dort gibt es hervorragende und gesunde Dinge, Obst, Gemüse, Fisch oder Fleisch und vieles mehr zu kaufen, aber auf den Boden darf man, insbesondere kurz vor Marktschluss, nicht schauen. Und dann gibt es dort viele Reiche, aber auch bitterarme Menschen. Und diese heben schon einmal etwas auf, was ihnen noch verwertbar erscheint. Und nicht alles wird gekocht.

Damit war das Virus beim Menschen angekommen. Dann war da vermutlich ein lokaler Parteisekretär, der auf die Nachricht, dass eine gefährliche Virusinfektion in seiner Stadt aufgetreten ist, reagiert hat, wie ein gehorsamer Parteisekretär zu reagieren hat. „Da macht jemand unser schönes Wuhan schlecht. Nicht auszudenken, was die Parteispitze mit mir macht, wenn das bekannt wird.” Und schon war der Künder schlechter Botschaft vorgeladen und zum Schweigen verdonnert.

Das Virus hat diese Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Es hat getan, was jedes Virus gerne tut, es hat sich verbreitet. Der Rest hat sich vor aller Augen vollzogen. Wer meint, hier eine bewusste Aktion erkennen zu können, war offenbar noch nie auf einem chinesischen Markt.

Eine bewusste Handlung eines Menschen können wir also nach allen uns vorliegenden Informationen ausschließen. Wenn jemand China schädigen wollte, warum geht es dann in der Provinz los und nicht in Peking? Wenn China die Welt schädigen wollte, warum geht es dann in China und nicht außerhalb Chinas los? Diese Theorien sind völlig unplausibel und haltlos.

Die geistliche Perspektive

Kommen wir zu der Frage: Wie geht die Bibel mit solchen Situationen um, kennt sie das überhaupt?

Ja, die Bibel kennt solche Situationen.

David macht eine Volkszählung. Das zweite Buch Samuel berichtet darüber:

Und der Zorn des HERRN ergrimmte abermals wider Israel, und er reizte David wider sie, indem er sprach: Gehe hin, zähle Israel und Juda! Und der König sprach zu Joab, seinem Feldhauptmann, der bei ihm war: Durchziehe doch alle Stämme Israels, von Dan bis Beerseba, und mustere das Volk, damit ich ihre Zahl erfahre! Joab sprach zum König: Der HERR, dein Gott, füge zu diesem Volke, wie es jetzt ist, noch hundertmal mehr hinzu, daß mein Herr und König es mit seinen eigenen Augen sehe; aber warum verlangt mein Herr und König so etwas? Doch des Königs Wort blieb fest wider Joab und die Heerführer; so zogen Joab und die Heerführer von dem Könige aus, um das Volk Israel zu zählen. (2.Samuel 24,1-4  * )

Das Alte Testament kennt nur Gott als den Handelnden. Weil Gott zornig war über Israel, reizte er David zu der Volkszählung. Dies ist ein schwer erträglicher Gedanke: David tut etwas Böses, weil der Herr ihn dazu reizt(?).

Dieser Text steht vordergründig im Widerspruch zu Jakobus 1,12-15 * : Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott denen verheißen hat, die ihn lieben! Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott ist unangefochten vom Bösen; er selbst versucht aber auch niemand. Sondern ein jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. Darnach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

Hier preist Jakobus einen Menschen selig, wenn er der Anfechtung widersteht. David hat der Anfechtung nicht widerstanden. Aber er sagt auch, dass es unsere Lust ist, die uns reizt. Das kann man sich bei David gut vorstellen. Er war ein erfolgreicher König, und nun wollte er seinen Erfolg messen. Sein Feldherr Joab warnt ihn, aber er besteht darauf: „Jetzt will ich's wissen!” Und so geschieht es. Und diese Lust - Ich bin ein erfolgreicher König - gebar Sünde. Wir müssen hier nicht reflektieren, warum die Volkszählung Sünde war, es war die Selbstzufriedenheit, aus der heraus David diese Volkszählung angeordnet hattte, denn Volk bedeutete (Kriegs-)Macht.

Joab wehrt sich gegen den Befehl des Königs, aber er führt ihn aus und liefert die Zahl, 800 000 in Israel und 500 000 wehrfähige Männer in Juda. David hatte seinen Kopf durchgesetzt. Aber bei David stellt sich keine Freude ein, stattdessen: 2.Samuel 24,10   * : Aber nachdem David das Volk hatte zählen lassen, schlug ihm das Herz. Und David sprach zum HERRN: Ich habe mich schwer versündigt mit dem, was ich getan! Nun aber, o HERR, vergib doch die Missetat deines Knechtes; denn ich habe sehr töricht gehandelt! Er merkt, dass er aus Stolz gehandelt hat und zu weit gegangen ist.

Und so sendet Gott einen Propheten zu David: 2.Samuel 24,11-14   * : Und als David am Morgen aufstand, erging das Wort des HERRN an den Propheten Gad, den Seher Davids, also: Gehe hin und sage zu David: So spricht der HERR: Dreierlei lege ich dir vor; erwähle dir deren eines, daß ich es dir antue! Gad kam zu David, zeigte es ihm an und sprach: Willst du, daß sieben Jahre Hungersnot in dein Land komme, oder daß du drei Monate lang vor deinen Widersachern fliehen müssest und sie dich verfolgen, oder daß drei Tage lang Pestilenz in deinem Lande sei? So besinne dich nun und siehe, was ich dem antworten soll, der mich gesandt hat! David sprach zu Gad: Mir ist sehr angst! Doch laß uns in die Hand des HERRN fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; aber in der Menschen Hand will ich nicht fallen!

Das Unheil geschieht: 2.Samuel 24,15   * : Da ließ der HERR Pestilenz in Israel kommen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, daß von dem Volk, von Dan bis Beerseba, siebzigtausend Mann starben. Die Bibel argumentiert also nicht, dass diese Pest zufällig gleichzeitig geschehen ist, nein, sie führt die Pest klar auf das Handeln Gottes zurück. Es gibt noch eine andere Stelle in der Bibel, die diese Frage beleuchtet: Amos 3,6-7  * : Kann man in die Posaune stoßen in der Stadt, ohne daß das Volk erschrickt? Geschieht auch ein Unglück in der Stadt, das der HERR nicht tue? Nein, Gott, der HERR tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten. Zwei Dinge sagt der Prophet Amos hier und sie werden in der Geschichte von David deutlich: Gott ist der Handelnde, immer, auch in dem, was wir als Unglück bezeichnen. Und ein Weiteres: Gott offenbart das, was er tut, seinen Propheten. Diesen Worten müssen wir uns stellen, insbesondere auch dem zweiten Wort. Wenn wir diese Propheten nicht hören, so ist es letztlich unser Problem, weil unser Verhältnis zu Gott so geartet ist, dass wir zwar zu Gott reden: „Lieber Vater, bitte gib mir ...”, aber leider nichts von Gott hören. Jesus spricht dies indirekt aus, als er während seines Prozesses vor Pilatus steht. Da spricht Pilatus zu ihm: Mit mir redest du nicht? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht habe, dich zu kreuzigen? Jesus antwortete: Du hättest gar keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben herab gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir überantwortet hat, größere Schuld! (Johannes 19,10-11 * ) „Du, mächtiger Pilatus, hast nur deswegen Macht über mich, weil sie dir von meinem Vater im Himmel gegeben ist.” Gott, der Vater im Himmel, hat hier seinen Sohn dem Pilatus übergeben, weil er ein Heilswerk vollbringen wollte: Denn Gott hat die Welt so geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde. (Johannes 3,16-17 * )

Aber wir lesen weiter in der Geschichte Davids: 2.Samuel 24,16   * : Als aber der Engel seine Hand über Jerusalem ausstreckte, um sie zu verderben, ließ sich der HERR des Übels gereuen, und er sprach zu dem Engel, dem Verderber unter dem Volke: Es ist genug! Laß nun deine Hand ab! Der Engel des HERRN aber war bei der Tenne Aravnas, des Jebusiters. Gott spricht das „Es ist genug!” Er begrenzt. Er begrenzte die Untaten eines Adolf Hitler auf 12 Jahre. Alle Macht auf der Erde ist begrenzt. Macht kann sich bilden, wenn Gott es erlaubt, wenn Gott es zulässt. Macht ist am Ende, wenn Gott spricht: „Es ist genug!” Das ist eine weitere Botschaft dieses Textes. Nun tritt David vor diesen Engel, er kann ihn also ganz offensichtlich sehen. David spricht das aus, was jeder, der diese Geschichte liest, empfindet: „Was haben aber diese Schafe getan?” Die Menschen, die jetzt durch die Pest sterben, können doch gar nichts dafür. Zunächst einmal hätte David sich das früher überlegen können, denn diese Strafe hat er sich doch ausgesucht. Er wollte sich schützen und hat dies mit frommen Worten ummantelt: David sprach zu Gad: Mir ist sehr angst! Doch laß uns in die Hand des HERRN fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; aber in der Menschen Hand will ich nicht fallen! (2.Samuel 24,14   * ) Er hat d ie Pest gewählt. Aber jetzt spricht er anders: Als David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum HERRN: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat begangen! Was haben aber diese Schafe getan? Laß doch deine Hand wider mich und wider meines Vaters Haus gerichtet sein! (2.Samuel 24,17   * )

Wieder spricht der Prophet Gad zu ihm: Und Gad kam zu David an jenem Tage und sprach zu ihm: Gehe hinauf und errichte dem HERRN einen Altar in der Tenne Aravnas, des Jebusiters! Also ging David hinauf, wie Gad gesagt und der HERR geboten hatte. (2.Samuel 24,18-19  * )

Warum diese Geschichte im Zusammenhang mit COVID-19? Diese Geschichte lehrt uns, dass wir Unglücke nicht ohne Gott denken dürfen. Die Amosstelle (Amos 3,6-7  * ) ist hier sehr klar. Nun hat auf dem Markt in Wuhan in China ja nicht Gott gehandelt, sondern einfache Menschen haben das getan, was sie jeden Tag tun, nur an diesem Tag mit Konsequenzen für die ganze Welt. Aber Gott hat es erlaubt, hat es zugelassen und dieses Zulassen Gottes ist mehr als unser „Na, dann macht's halt ...” Es ist ein Handeln Gottes. Gott zeigt dieser Welt, die meint, ohne ihn leben zu können, wie es ist, wenn er seine Hand auch nur ein klein wenig erhebt, wenn er den Schutz, mit dem er uns täglich umgibt , und zwar nicht nur die Gläubigen sondern die ganze Welt. Er redet zu uns, auch durch solche Katastrophen, deren menschliche und wirtschaftliche Folgen heute noch gar nicht absehbar sind. Es ist zu einfach gedacht, wenn wir nur von „Pech” oder „Dumm gelaufen ...”, kurzum von Zufall reden.

Wir meinen, wir haben alles im Griff. Gott zeigt uns mit COVID-19 wieder einmal, dass wir letztlich gar nichts im Griff haben. Die Menschen, die an COVID-19 sterben, sind arme Opfer einer Überheblichkeit, die sie persönlich vermutlich gar nicht zu verantworten haben, so wie David sagt: „Was haben aber diese Schafe getan?” Unsere Welt ist voll von Unglücken, die Menschen wiederfahren, die dafür gar nichts können, die aus den Sünden Dritter resultieren: Was soll eine Mutter sagen, deren Kind von einem betrunkenen Autofahrer getötet wurde, die Menschen, die einfach nur ein Schwätzchen halten wurden und von einem Attentäter wahllos erschossen wurden.

Es ist die Welt, die die Liebe Jesu Christi vergessen hat, die hierfür die Verantwortung trägt. Es ist die Saat des Unglaubens, die hier aufgeht.

Wofür sollen wir beten?

Wir sollen beten, dass

Die Triage

Letztlich müssen wir dankbar sein, dass COVID-19 nur für einen beschränkten Teil der Menschheit gefährlich ist, für Menschen, die ihr Leben im allgemeinen zu einem großen Teil schon gelebt haben. (Ich darf so schreiben, weil ich auch zu dieser Altersgruppe gehöre und Gott dankbar bin, dass meine Enkel viel bessere Chancen haben als ich. Meine Bitte zu Gott ist, dass einmal meine Kinder an meinem Grab stehen und nicht umgekehrt.)

Was wäre, wenn einmal ein Virus kommt, dass so gefährlich ist wie AIDS, aber ansteckend wie COVID-19? Bevor unsere Wissenschaftsmaschinerie dieses Virus richtig analysiert hat, wäre die Menschheit schon dahin. Gott hat verheißen, dass so etwas nicht geschehen wird: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht! (1.Mose 8,22 * ) Aber angesichts solcher Gedankenspiele erscheinen die Bilder von den Zornesschalen Gottes, die auf die Erde ausgegossen werden und ein Drittel der Menschheit dahinraffen, nicht so weit hergeholt. Da ist es fast schon tröstlich, wenn die Bibel nur von einem Drittel der Menschheit spricht, also ebenfalls betont, dass die Menschheit nicht ganz ausgerottet wird. Aber die Bibel sagt uns auch, dass trotz dieser Vorkommnisse der größte Teil der Menschheit nicht Buße tun wird, nicht umkehren wird und Gott nicht anbeten wird. Es wird auch danach alles so weitergehen wie bisher: „Es ist ja noch einmal gut gegangen ...”

Es kann im Zuge einer solchen Pandemie zur Triage kommen. Davon spricht man, wenn nicht mehr genug medizinische Ressourcen zur Verfügung stehen und deshalb die Kranken aufgeteilt werden in die Gruppe derer mit wenig Heilungschancen und eine Gruppe, die genau so groß ist wie die Anzahl der zur Verfügung stehenden Geräte, die die besten Heilungschancen haben. Diese Gruppe mit den besten Heilungschancen wird behandelt und hoffentlich gerettet und der Rest wird aufgegeben. Solche Entscheidungen hat es in Kriegen gegeben. Es ist kaum auszumalen, was eine solche Herausforderung für alle Beteiligten, die Betroffenen selbst, die Ärzte, die Pfleger, die Angehörigen bedeutet.

Möge der HERR bald sein „Es ist genug!” sprechen.

Oder, wie es am Ende der Offenbarung heißt, lasst uns beten: Ja, komme bald, HERR Jesus. ( Offenbarung 22,20 *  )

⇒ Der Artikel in der Reihe EUER-GOTT



Allen Besuchern von "PREDIGE-DAS-WORT" ein gesegnetes Jahr 2020

unter der Jahreslosung aus Markus 9,24

Ich glaube, hilf meinem Unglauben

Diese Jahreslosung fordert uns heraus. Nur vordergründig vermittelt sie die Botschaft eines resignierenden Glaubens, der sich des Unglaubens kaum erwehren kann und deshalb um Hilfe ruft. Voraus gehen dieser Jahreslosung die Verklärung Jesu und die Unfähigkeit der Jünger und das große Wort Jesu: „Alles ist möglich dem, der glaubt!“ Auf dieses große Wort Jesu können und dürfen wir reagieren, wie der Vater reagiert hat: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“. Aber viele von uns sind nicht in der Position des Vaters, der in seiner Verzweiflung zu Jesus kommt, sondern sind schon lange Lehrer Israels als Mitarbeiter in ihrer Kirchengemeinde. Uns will dieses Wort herausfordern, uns nicht gegenseitig in unserem Kleinmut zu bestärken, sondern zu Jesus zu gehen und zu fragen: Herr, warum wird dein Wort in unserem Leben nur so eingeschränkt sichtbar? Und Jesus verlangt keine großen Übungen von uns, keine Askese und keine Selbstkasteiung. Jesus ermutigt uns zum Gebet.

Möge 2020 ein Jahr des Gebetes werden, in dem unser Glaube wächst und unseren Unglauben immer stärker überstrahlt: Der HERR ist nahe.

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Ich glaube, hilf meinem Unglauben

Markus 9,24

Jahreslosung 2020

Dieses Wort eines verzweifelten Vaters steht nicht allein und sollte auch nicht allein betrachtet werden. Es geht um eine Heilung, als dieses Wort gesprochen wird: Markus 9,14-29  * : Und als sie zu den Jüngern kamen, sahen sie eine große Volksmenge um sie her und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen besprachen. Und alsbald geriet die ganze Menge in Bewegung, als sie ihn sahen, und sie liefen herzu und grüßten ihn. Und er fragte die Schriftgelehrten: Was besprechet ihr euch mit ihnen? Und einer aus dem Volke antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der hat einen sprachlosen Geist; und wo der ihn ergreift, da reißt er ihn, und er schäumt und knirscht mit seinen Zähnen und wird starr; und ich habe zu deinen Jüngern gesag t, sie sollten ihn austreiben; aber sie vermochten es nicht! Er aber antwortete ihnen und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringet ihn her zu mir! Und sie brachten ihn zu ihm. Und sobald der Geist ihn sah, riß er ihn heftig, und er fiel auf die Erde, wälzte sich und schäumte. Und er fragte seinen Vater: Wie lange geht es ihm schon so? Er sprach: Von Kindheit an; und er hat ihn oft ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen; kannst du aber etwas, so erbarme dich über uns und hilf uns! Jesus aber sprach zu ihm: «Wenn du etwas kannst?» Alles ist möglich dem, der glaubt! Und alsbald schrie der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Da nun Jesus das Volk herbeilaufen sah, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir, fahre aus von ihm und fahre nicht mehr in ihn hinein! Da schrie er und riß ihn heftig und fuhr aus; und der Knabe wurde wie tot, so daß auch viele sagten: Er ist tot! Aber Jesus ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf. Und als er in ein Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren, außer durch Beten und Fasten.

Jesus kommt von der Verklärung zusammen mit Petrus, Johannes und Jakobus zurück und merkt, wie die im Tal verbliebenen Jünger mit den Schriftgelehrten sprechen. Und als Jesus nachfragt, was sie denn zu besprechen hätten, da werden die Jünger ganz stumm. Ein Mann aus der Menge ruft es Jesus zu: Und einer aus dem Volke antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der hat einen sprachlosen Geist; und wo der ihn ergreift, da reißt er ihn, und er schäumt und knirscht mit seinen Zähnen und wird starr; und ich habe zu deinen Jüngern gesagt, sie sollten ihn austreiben; aber sie vermochten es nicht! (Markus 9,17-18  * ) Das ist peinlich für die Jünger und es ist peinlich für uns. Was würde Jesus heute sagen, wenn er in meine Gemeinde käme und die Vollmacht sähe, mit der ich meinen Dienst versehe. Wir kennen alle Johannes 14,12 * : Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe; und Johannes 16,23-24 * : Und an jenem Tage werdet ihr mich gar nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben! Bis jetzt habt ihr gar nichts in meinem Namen gebeten; bittet, so werdet ihr nehmen, auf daß eure Freude völlig werde! Und wir haben uns mit unserer Umgebung besprochen und sind uns einig, dass man das so nicht wörtlich nehmen kann, einfach deswegen, weil es unter uns nicht geschieht. Wir haben uns mit unserer negativen Erfahrung arrangiert. Wir entwickeln eine Theologie, in der dieser arme Mann mit seinem besessenen Kind nicht vorkommt. Vielleicht geben wir ihm noch eine Telefonnummer eines Psychologen, damit er kompetente Hilfe für seinen Sohn bekommt. Wie werden wir reagieren, wenn Christus plötzlich zu uns kommt und uns fragt: „Was besprechet ihr euch mit ihnen?“

Und dieser verzweifelte Vater schreit sein Anliegen Jesus entgegen: „Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, …“ Es ist sehr wahrscheinlich, dass Jesus dann auch zu uns sagen wird: „O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen?“ Dieser Text muss uns also zunächst in die Demut führen. Ja, wir sind auch solche, über die gesagt werden muss: „… aber sie vermochten es nicht!“

Aber Jesus sieht zunächst auf diesen verzweifelten Vater. Er lässt ihn nicht alleine. Jesus lässt sich nicht auf die theologischen Auseinandersetzungen ein, die die Jünger mit dem Volk und den Schriftgelehrten führen. Er will nicht den Mangel erklären, er sieht den verzweifelten Vater. Der böse Geist erkennt die Bedrohung, die Jesus für ihn darstellt und erweist seine Macht über den Knaben: „Und sobald der Geist ihn sah, riß er ihn heftig, und er fiel auf die Erde, wälzte sich und schäumte.“ Fast wie ein Arzt fragt Jesus: „Wie lange geht es ihm schon so?“ Diese Frage gibt dem Vater Gelegenheit, seine ganze Angst loszuwerden: „Von Kindheit an; und er hat ihn oft ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen …“ Aber er sagt auch: „… kannst du aber etwas, so erbarme dich über uns und hilf uns!“ Welchen Leidensweg hat dieser Mann schon hinter sich? W ieviele Scharlatane wird er schon aufgesucht haben, wieviel Geld vergeblich ausgegeben haben. Jesus wiederholt die letzten Worte des Vaters, er tadelt sie nicht, sondern er spricht aus, was für ihn die Messlatte des Könnens ist: „«Wenn du etwas kannst?» Alles ist möglich dem, der glaubt!“ Und da ist es wieder, dieses Wort Jesu an dem unsere Glaubensrealität scheitert: „Alles ist möglich dem, der glaubt!“ Da steht: „Alles …“

Wir stehen vor diesem Wort Jesu, als wären wir Ungläubige: „Alles ist möglich dem, der glaubt!“ Unsere Theologie bricht zusammen. Die Wunder sind nicht ein Messiaserweis Jesu, sie sind eine natürliche Folge des Glaubens. Und ich? Ich bete seit Monaten für einen Bruder, der nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen kann. Und ich bete nicht alleine. Aber der Bruder kann immer noch nicht sprechen. „Alles ist möglich dem, der glaubt!“ Ich bete seit Jahren für ein behindertes Kind. Es ist immer noch behindert. „Alles ist möglich dem, der glaubt!“

Hier muss erst einmal die Frage nach meinem Glauben gestellt werden. Ich muss einsehen, dass mein Glaube klein ist, sehr klein. Und dass er nicht die Kraft eines Senfkorns hat, denn er bleibt klein. Ich denke zwar, dass ich einen großen Glauben habe, denn ich traue es Gott ja zu, dass er diesem Bruder die Sprache wiedergeben kann. Ich traue Gott ja zu, dass er das bhinderte Kind heilen kann. Aber wen ich das Wort Jesus höre: „Alles ist möglich dem, der glaubt!“, dann muss ich sagen, dass mein Glaube im Himmel wohl nicht als besonders groß eingeschätzt wird. Ich weiß wohl, was man einem Menschen zu sagen hat, der so naiv argumentiert, wie ich es hier tue. Aber indem ich mich diesem Text entziehe, entziehe ich mich der Grundbotschaft Jesu: „Alles ist möglich dem, der glaubt!“

Auch an einer anderen Stelle gellt dieses „Alles …“ in meinen Ohren: 1.Korinther 13,7 * : sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Auch da merke ich, wie beschränkt ich in meinen Bemühungen bin, dem „Alles …“ des Wortes Gottes gerecht zu werden. Dieses „Alles …“ Gottes treibt mich in die Demut. Es nimmt mir die Ausreden, die ich mühsam aus der Schrift meine herauslesen zu können. Ich merke, dass ich selber dieser verzweifelte Mensch bin, der sein Anliegen zu Jesus trägt und nicht so recht weiß, was er damit eigentlich tut. Ich bin so ein Mensch, der die Frage stellt: „… kannst du aber etwas, so erbarme dich über uns und hilf uns!“ Ich formuliere es nur frommer, ich sage: „… wenn Gott will, so wird er sich schon über uns erbarmen und uns helfen!“ Aber ist das Frömmigkeit oder ist es nur mein frustrierter Unglaube: „Ich bete zwar, aber es wird nichts passieren. Deshalb baue ich schon einmal vor.“

Wir haben theologischen Konstrukte angehäuft, um uns selbst zu beruhigen und zu sagen, dass wir genug glauben. Aber es ist meine feste Überzeugung, dass wir alle diese Konstrukte zerschlagen müssen, ehe wir uns zu dem Wort dieses verzweifelten Vaters durchringen dürfen, der gesagt hat: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Und ich befürchte, dass Jesus dann erst einmal zu mir sagen wird, wie er zu Nikodemus gesprochen hat: Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? (Johannes 3,10 * ) Wir sind sehr schnell geneigt, unsere Erwartungshaltung herunterzuschrauben auf das, was wir mit unserer eigenen Kraft erreichen. Das ist ja auch schon etwas und durchaus wertvoll. Aber diesem verzweifelten Vater hat es nicht gereicht. Er hat sein Anliegen herausgeschrieen. Und Jesus hat ihn erhört. Wir stehen vor vielen solchen verzweifelten Menschen mit leeren Händen da.

So ist für mich dieser Text zunächst einmal ein Anlass zur Demut. Meine Werke halten dem Anspruch des lebendigen Gottes nicht Stand. Und erst, wenn ich dieses verstanden habe und von dem hohen Ross des «Lehrers Israels» abgestiegen bin, dann traue ich mich, dieses Wort zu sagen: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“

Mit dieser Auslegung der Jahreslosung möchte ich niemanden in seiner Arbeit im Reich Gottes frustrieren oder entmutigen. Ich möchte vielmehr deutlich machen, wieviel mehr noch möglich ist, wenn wir dem Wort Jesu vertrauen: „Alles ist möglich dem, der glaubt!“ Aber ich befürchte, dass ich mich dann weit hinten an der Schlange anstellen muss, die zu Jesus will, wenn ich auf meine Werke schaue. Erst dann darf ich rufen: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“

So ist es mein Wunsch, dass diese Jahreslosung uns dazu ermuntert, die Größe und Weite des Reiches Gottes neu zu erkennen, die Theologie des Mangels zu verlassen und stattdessen die große Herausforderung und Kraft zu erkennen, die in Jesu Wort liegt: „Alles ist möglich dem, der glaubt!“ In diesem Sinne sind auch «Lehrer Israels», Kirchenführer und gestandene Seelsorger aufgefordert, neu um Glauben zu bitten. Denn unser Gott ist groß, er hat uns lieb und hat uns seinen Sohn gegeben. Und Paulus schließt daraus: Römer 8,32 * : Welcher sogar seines eigenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Und „alles schenken“ schließt doch den Glauben mit ein, der unsere größte Kraftquelle ist. Auf die Frage, warum die Jünger den bösen Geist nicht austreiben können, sagt Jesus ihnen ganz klar und ohne Umschweife: „Diese Art kann durch nichts ausfahren, außer durch Beten und Fasten.“



Ein Vortrag über die Zeit

⇒ 1000 Jahre wie ein Tag ... die Zeit in der Bibel

Zunächst wird an einem kleinen Beispiel der Lichtuhr auf einem Bahnhof in einer Animation verdeutlicht, daß die Zeit eine lokale und keineswegs eine globale Eigenschaft ist. Damit ist die Vorstellung, dass die Zeit überall gleichmäßig verläuft und ihr alles unterworfen ist, Gott eingeschlossen, bereits von der Physik widerlegt. Die Zeit ist eine Eigenschaft der Materie, die an die Bewegung der Materie geknüpft ist.

Die Lichtgeschwindigkeit ist die grundlegende Konstante, die die Zeit bewirkt. Damit ist die Tatsache, dass am ersten Schöpfungstag und noch vor der Sonne das Licht geschaffen wurde, völlig plausibel und ebenso plausibel, dass es nach der Erschaffung des Lichtes heißt, dass aus Abend und Morgen der erste Tag wurde. Die Zeit war da, war geschaffen, und verging, so wie sie es seitdem unabänderlich tut. Aber sie wird ein Ende haben, denn als Geschaffenes wird sie bei der Neuschöpfung nicht mehr sein, wie uns die Offenbarung berichtet.

Angesichts dieses Befundes über die Zeit ist es auch interessant, auf Basis der Bibel über die Prophetie nachzudenken. Die ersten Verse der Offenbarung geben da interessante Anregungen.



Eine Bibelarbeit über das Verhalten gegenüber Fremden

Fremdling

Der Fremde in unserem Land - Was die Bibel dazu sagt

>>> zur Bibelarbeit



Predigt über den alten Mose, der loslassen muss, aber dem Volk die Zukunft weist

Sei tapfer und stark

Der HERR, dein Gott, geht selbst mit dir

>>> zur Predigt



Predigt über das Lied der Debora (Richter 5)

Die Aufforderung zu singen

Die Karawane steht - Probleme einer ermüdenden Gemeinde

>>> zur Predigt



Anregungen zum Sonntag Trinitatis

⇒ Bibelstellen zum Thema Trinität

Die Trinität Gottes wird in der Bibel nicht explizit beschrieben. Wir sehen, dass Jesus Gott als unser aller Vater verkündigt. Wir sehen, dass er immer wieder seine Einheit mit dem Vater betont, sowohl in den Werken, denn er kann nur das tun, was er den Vater tun sieht, als auch in seinem Auftreten, denn er sagt dem Jünger Philippus, dass, wer ihn, Jesus, sehe, den Vater sieht. Dann ist da die bemerkenswerte Aussage Jesu, dass er zum Vater gehen müsse, damit der Vater den Beistand senden könne. Und die Wirkungen dieses Beistandes, des Heiligen Geistes, haben sich in unserer Zeit sehr entfaltet.

Die Kirchengeschichte warnt uns, über den Bibeltext hinauszugehen und Festlegungen zu treffen, wo die Bibel keine Festlegungen trifft. Dies führt immer wieder zu Spaltungen und ist die letzte Strategie des Satans, wenn er mit normaler Anfechtung nichts erreicht: Er ermuntert die Frommen, noch frommer zu werden und die zu bekämpfen, die nicht fromm genug sind.

Deshalb werden Sie im Folgenden viele Bibelstellen finden. Den erklärenden Text mögen Sie so lesen, wie er gemeint ist, als Anregung, über das gelesene Wort Gottes nachzudenken. Alles, was wir dem Wort Gottes hinzufügen können, sind Verständnishilfen für das offenbarte Wort. Fühlen Sie sich durch einen Kommentar verwirrt, dann halten Sie sich an den Bibeltext, denn wir haben keine Autorität neben dem sich selbst offenbarenden Gott.



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Suche Frieden und jage ihm nach

Psalm 34,15

Jahreslosung 2019

Zunächst einmal ist es schade, dass diese Jahreslosung so kurz ist. Denn wenn wir Psalm 34 lesen, so steht da zunächst viel Wertvolles, das der Suche nach Frieden vorausgeht: Wer hat Lust zum Leben und möchte gern gute Tage sehen? Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht trügen; weiche vom Bösen und tue Gutes. Erst danach folgt die Aufforderung: ... suche Frieden und jage ihm nach! Nun fällt es sehr leicht, das Böse zu suchen, besonders bei meinem Nächsten. Aber viel schwieriger ist es, das Böse bei mir selbst zu suchen. Da wird dann leicht aus einem verletzenden Wort eine notwendige Klarstellung. Aus einer bösen Intrige gegen meinen Bruder wird ein Kampf um die Reinheit der Gemeinde, die dieser Bruder beschmutzt. Und aus einem Mobbing gegen Mitarbeiter in der Gemeinde wird ein Optimierungsvorgang, den ein Leiter einer Gemeinde durchführen muss. Hat Jesus uns das so vorgelebt? Ja, Jesus hat seinen Zeit genossen manch hartes Wort gesagt: Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr getünchten Gräbern gleichet, welche auswendig zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und allen Unrats sind! lesen wir in Matthäus 23,27 *  Jesus hat das Urteil über diese Menschen gesprochen. Aber er ist für diese Menschen auch ans Kreuz gegangen. Er hat die Schuld festgestellt und die Strafe auf sich genommen. Jesaja beschreibt es eindringlich: Wer hat dem geglaubt, was uns verkündigt ward, und der Arm des HERRN, wem ward er geoffenbart? Er wuchs auf vor ihm wie ein Schoß, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. ... Doch wahrlich, unsere Krankheit trug er, und unsere Schmerzen lud er auf sich; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und geplagt; aber er wurde durchbohrt um unserer Übertretung willen, zerschlagen wegen unserer Missetat; die Strafe, uns zum Frieden, lag auf ihm, und durch seine Wunden sind wir geheilt. ... Darum will ich ihm unter den Großen seinen Anteil geben, und er soll Starke zum Raube erhalten, dafür, daß er seine Seele dem Tode preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünden vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat! ( Jesaja 53 *  ) Wer eine solche Liebe zu den Menschen hat, wer bereit ist, sich so völlig hinzugeben und Gott, dem Vater, gehorsam zu sein, der darf sich auch Bemerkungen, wie Jesus sie gemacht hat, erlauben. Für alle anderen gilt: ... suche Frieden und jage ihm nach! Dies bedeutet, dass wir nicht nur still auf Frieden hoffen und dafür beten, das ist nur die eine Seite dieser Forderung. Wir beten und wir prüfen unsere Worte, ob sie geeignet sind, Frieden zu bringen. Da sind zu viele, die vorgeben, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen ( 1.Timotheus 6,12 *  ) und vergessen, dass auch dieser Bibelstelle ein Vers vorangeht: Du aber, Gottesmensch, fliehe solches, jage aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut! So ist diese Jahreslosung eine Herausforderung an die vielen Grabenkämpfe, die wir kämpfen: ... suche Frieden und jage ihm nach!

Eine ausführliche Darstellung des Wortes „Frieden” in der Bibel finden Sie im Bereich der Ausarbeitungen als Auswertungen der Konkordanz.



Geistliche Gemeindeerneuerung GGE

23. - 26. Januar 2019 in der Braunschweiger Friedenskirche

⇒ Ein Bericht über die Hauptvorträge der GGE-Konferenz 2019.



Ein Vortrag über die Größe Gottes

⇒ Gott ist größer als unser dreidimensionaler Raum

Diese Ausarbeitung geht auf einen Vortrag zurück, den ich an verschiedenen Stellen gehalten habe. Es ist eine erweiterte Fassung, die sich an Menschen richtet, die eine Bereitschaft zu mathematischem Denken haben, ohne sich dabei in der mathematischen Formelwelt auszukennen.

Deshalb wird in diesem Vortrag an Hand von Teichrosenblättern, die auf der zweidimensionalen Wasseroberfläche leben und das, was oberhalb und unterhalb der Wasseroberfläche ist, nicht sehen können, gezeigt, welche Schwierigkeiten entstehen, wenn wir versuchen, mit unserer dreidimensionalen Erfahrung die Größe Gottes zu denken. Eine Reihe von Bibelstellen werden sofort klar, wenn wir uns Gott und damit auch den auferstandenen und erhöhten Herrn Jesus Christus in einer Welt vorstellen, die nicht unseren dreidimensionalen Begrenzungen unterliegt.

In einigen Animationen wird gezeigt, wie wir uns die Begegnung zwischen Welten unterschiedlicher Dimensionen vorzustellen habe.

Diese Überlegungen gestatten interessante Folgerungen, die die Notwendigkeit einer Trinität darlegen. Ein Monotheismus, der Gott ohne Jesus zu denken versucht, hat damit nur die Alternative, Gott ebenfalls in unserem Raum und unserer Zeit zu denken, was seine Größe doch sehr beschränkt und Prophetie unmöglich macht oder ihn als fern und außerhalb unserer Welt zu denken, was ihn zu einem unnahbaren Wesen macht, so wie es uns der Islam vorstellt.



Auswertungen
der Wortfeldkonkordanz
als Grundlage für Bibelarbeiten

Suchläufe zu verschiedenen Begriffen der Bibel

Manch einer traut sich nicht an die Wortfeldkonkordanz heran, weil sie viel kann und daher auch vieler Einstellungen bedarf. Die Auswertungen, die ich mache, stelle ich zur Verfügung. Sie sind einerseits in sich interessant, andererseits sollen sie auch Mut machen, mit dem Bibeltext zu arbeiten.

Die Statistik liest man mit Gewinn, wenn man fragt, was den Aposteln wichtig war und was nicht in ihrem Blickfeld war. Man sollte sie nicht weiter strapazieren. Wenn ein Autor sein Evangelium schreibt, dann war das nicht eine Arbeit an einem Freitag Nachmittag. Es gab eine Phase der Sammlung und eine Phase der Niederschrift und dazwischen viele Reisen und Gespräche mit Gemeinden verschiedenster Nationalität. Das da ein Wort plötzlich wichtig wird oder ein Nachtrag eine etwas veränderte Sprache besitzt, ist völlig einsichtig und geradezu ein Zeichen von Authentizität. Es ist völlig unbegründet, die Männer, die eine Weltmission innerhalb eines Jahrhunderts erfolgreich durchgeführt haben, als dumme Fischer von See Genezareth zu bezeichnen, die einen sauberen griechischen Text nicht hinbekommen. Diese Männer hatten von Jugend an mit griechisch sprechenden Menschen in ihrer Nachbarschaft zu tun gehabt. Sie waren Fischer, weil ihre Väter Fischer waren, nicht, weil sie zu dumm waren, zu Gamaliels Füßen Schriftgelehrsamkeit zu studieren. Missbrauchen Sie also die Statistik nicht.



Eine Zusammenschau der Texte von der Geburt Jesu bis zum Einzug in Jerusalem

⇒ Eine Zusammenschau der Texte von Jesu Geburt bis zum Einzug in Jerusalem

Diese Zusammenschau wertet die Berichte aller vier Evangelien aus. Sie wurde in aller Demut erstellt. An keiner Stelle möchte der Verfasser schlauer sein als die apostolischen Zeugen. Man stellt sehr schnell fest, dass sehr vieles gut zusammenpasst. Die apostolischen Zeugen haben unter bestimmten Aspekten ausgewählt, aber sie waren dem verpflichtet, der gesagt hat, ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Sie geben uns ein eindrucksvolles Bild von dem Kampf, den der Sohn Gottes auszustehen hatte, als er „in sein Eigentum kam”.

Dies ist ein erster Wurf, sGwuwl werde ich daran noch arbeiten.



Eine Zusammenschau der Passion Jesu

Das Leiden des wahren Menschen und wahren Gottes

Die Passion Jesu wird von allen vier Evangelisten ausführlich berichtet. Aber passen diese Berichte auch zusammen. Hat hier jeder sich etwas ausgedacht, um seine Deutung des Kreuzestodes Jesu zu untermauern oder berichten alle von demselben Ereignis und sind die Unterschiede nur dadurch entstanden, dass jeder eine unterschiedliche Auswahl der berichteten Ereignisse getroffen hat?

Im Rahmen einer Bibelarbeit wurden die einzelnen Abschnitte der Passionsgeschichte zusammengestellt und so geordnet, wie sie tatsächlich abgelaufen sein könnten. Es stellt sich heraus, dass dies durchgängig möglich ist. Damit ist klar, dass ein reales Geschehen hinter all diesen Berichten steht. Auf drei weiteren Seiten wurde der Text zusammengefasst so dargestellt, dass er fortlaufend gelesen werden kann.

Es ist spannend, diese Ereignisse einmal so im Zusammenhang zu lesen. Man erkennt die Wucht der Ereignisse und begreift, warum die Jünger erst einmal Zeit brauchten, um das alles zu verarbeiten.






Neubearbeitung der Webseite

Predige-das Wort.de

Die Webseite ist neu bearbeitet.

Die Online-Bibel bietet jetzt für die Evangelien Überschriften an. Diese können Ihnen beim Auffinden von Textstellen helfen. Sie sind nicht standardmäßig aktiviert. Über „Menue zur Darstellung des Bibeltextes“ können Sie die Abschnittsüberschriften einschalten.





Reformationstag 2018

SOLA SCRIPTURA - SOLA FIDE - SOLA GRATIA - SOLUS CHRISTUS

Nur die Schrift, nur der Glaube, nur die Gnade, nur Christus, dies waren einmal die Prinzipien, die in ganz Deutschland Menschen bewegt haben, neu über die Offenbarung Gottes in Jesus Christus nachzudenken. Sie haben sich von all den Vorschriften und auch Einnahmequellen gelöst, die sich eine gefallene Kirche verschafft hat. Es war wie in Jerusalem zur Zeit Jesu: Im Tempel war ein großer Marktplatz, wo man den Ablass in Gestalt von überteuerten Turteltauben oder auch Schafen kaufen konnte, eine Schriftgelehrsamkeit wurde nicht müde, einerseits für das Volk immer neue Regeln zu erfinden, andererseits aber selbst in Saus und Braus zu leben. Diese Schriftgelehrsamkeit hatte in Gestalt der Sadduzäer auch pragmatisch denkende Kirchenpolitiker hervorgebracht, die alles fest im Griff hatten.

Als Luther auftrat, stöhnte das Volk unter der Last des Ablasses, der genutzt wurde, um die Verschwendung der Kirchenführung in Rom zu finanzieren. Der Vatikan war eine politische Macht und der Glaube spielte nur eine untergeordnete Rolle, er war ein Machtmittel gegenüber der weltlichen Herrschaft und dem Volk, mehr nicht.

Luther hatte in seinem Leben ganz persönliche Gotteserfahrungen. Er berichtet, wie er in einem Gewitter vor einem Blitz verschont blieb, der ganz in seiner Nähe einschlug. In seiner Todesangst hatte er ein Gelübde abgelegt, Mönch zu werden, wenn er nur vor dem Gewitter verschont blieb. Er wurde Mönch, sehr zum Unbehagen seines Vaters, studierte Theologie und musste erfahren, dass zwischen der Kirche, in der er lebte, und dem Wort, das er las, ein eklatanter Widerspruch bestand. Er erlebte immer wieder innere Kämpfe, weil er es nicht schaffte, ohne Sünde zu leben. Wieder ist es ein persönliches Gotteserlebnis, das ihn auf das „SOLA GRATIA” - „Allein aus Gnaden” führt. Dieses beantwortete seine Frage nach dem gnädigen Gott. Es ist ein Bibelvers, der ihn von der Heilsungewissheit befreit: denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: «Der Gerechte wird infolge von Glauben leben». (Römer 1,17  * )

Aber diese persönlichen Erfahrungen führten Luther in einen Konflikt zu einem tiefen Konflikt mit dem Papst und dem Kaiser, der sich auf den Papst stützte. Die wachsende Macht der Fürsten und der Zerfall des Heiligen Römischen Reiches, die wachsende Selbständigkeit der Fürstentümer gaben Luther den Rückhalt, den er brauchte, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden wie Jan Hus 100 Jahre vor ihm, der auch gegen eine lasterhafte und verweltlichte Kirche gekämpft hat. Aber diese Hilfe führte dazu, dass er auch Kompromisse eingehen musste. Er hat Reden wider die Bauern gehalten, die uns heute völlig unverständlich erscheinen. Er ist gegen Täufer vorgegangen, hat sich über die Juden in einer Weise geäußert, die Hitler gerne zitiert hat. Dies muss man leider sagen, wenn man über einen Menschen spricht, der mit seinem Schriftverständnis die Kirche reformiert hat. So ist Luther auch ein Beispiel, dass die richtigen Ansätze und mutiger Glaube in der Jugend kein Freibrief ist für das, was wir im Alter machen. Gerade der alte Mensch, der auch auf Grund seiner negativen Lebenserfahrung immer härter wird, muss sich immer wieder neu von der Liebe Jesu erfassen lassen. Und dieser Jesus hat gesagt: denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: «Der Gerechte wird infolge von Glauben leben». (Römer 1,17  * )

Luther liebte die Schrift so sehr, dass er sich sogar unter seinen Theologie-Kollegen damit lächerlich machte. Wusste doch jeder Theologe, dass man die Schrift nicht so einfach wörtlich nehmen durfte. «Wenn also Eure Heilige Majestät und Eure Herrschaften eine einfache Antwort erstreben, gebe ich sie unzweideutig und ungezinkt in dieser Weise: Wenn ich nicht durch die Zeugnisse der Schriften oder durch offensichtliche Argumente eines Irrtums überführt werde (denn weder dem Papst noch dem Konzil glaube ich allein, denn es steht fest, dass sie oft geirrt haben und sich selbst widersprochen haben), bin ich durch die von mir herangezogenen Schriften und durch das in das Wort Gottes gefasste Vertrauen zu der Einsicht gebracht worden, dass ich nichts widerrufen kann noch will, denn wider das Gewissen zu handeln ist weder gefahrlos noch rein.» (D. Martin Luthers Werke, Weimar 1883-1929, Weimarer Ausgabe - WA 7, 838) Es ist eine Herausforderung an jeden Christen, wie sich Luther hier, indem er sich auf das Wort Gottes beruft, zu dem er Vertrauen gefasst hat, man kann auch übersetzen «in dem sein Gewissen (Bewusstsein, Gefühl, Überzeugung) gefangen war». Er lehnt die in den Päpsten und den Konzilien repräsentierte Tradition und Amtsgewalt ab, weil sie sich schon oft geirrt und widersprochen haben.

Jeder Theologe wusste, dass die Schrift nicht so einfach zu verstehen sei, dass man nicht so reden dürfe, wie Luther geredet hat: „Vierfach ist der Sinn der Schrift: Der Buchstabe lehrt, was geschehen; was du glauben sollst, die Allegorie; der moralische Sinn, was du tun sollst, was du hoffen sollst die Anagogie” (Littera gesta docet, quid credas, allegoria, moralis, quid agas, quo tendas, anagogia.) Diese vierfache Sicht auf die Schrift, die auf die griechische Literaturwissenschaft zurückgeht, wurde von den Vätern (Origenes, 185–254 und später Johannes Cassianus, 360-435 vgl. ⇒ Vierfacher Schriftsinn, ⇒ Allegorie, ⇒ Anagogie). Alle diese Ansätze haben aber die Tendenz, den Wortsinn der Schrift abzuwerten. Nur der theologisch geschulte Wissenschaftler kann eigentlich wissen, was Jesus wirklich gemeint hat und welche Konsequenzen es für uns hat. Daher musste Jesus gekreuzigt werden, daher sollte die Bibel nicht ins Deutsche übersetzt werden und daher sollte man sich schon gar nicht vor Gericht auf die Bibel berufen. Der Seufzer des Pilatus: „Was ist Wahrheit?” hallt bis heute nach. Die historisch kritische Methode ist eine neue Form dieses alten Tricks, das gemeine Volk von Jesus abzukoppeln. Nur wenige erleuchtete Wissenschaftler wissen, was Jesus wirklich gewollt hat, können unterscheiden zwischen den echten Worten Jesu und dem, was Johannes und insbesondere Paulus daraus gemacht haben, falls es die Herren überhaupt gegeben hat und die Paulusbriefe nicht nur eine Erfindung des Herrn Marcion (85-160 ⇒ Marcion) sind. Der Luther, der vor dem Reichstag in Worms steht, ist ein Mann, der persönliche Erfahrungen mit Gottes Wort gemacht hat und deshalb sich von den Reden der Päpste und Konzilien verabschiedet hat. Er hat die Schrift in den Mittelpunkt gestellt.

Eigentlich war das, was Luther gemacht hat, völlig selbsterklärend. Wenn es einen Gott gibt, dann kann er nicht von Menschen beschrieben werden, dann muss er sich selbst offenbaren. Unser Verstand ist zu klein, so etwas wie Gott, der spricht und es geschieht, zu denken. Aber bis heute haben wir Angst davor, dass der sprichwörtliche kleine Mann auf der Straße seine Bibel zur Hand nimmt und daraus für sich und ohne die heilige Kirche zu befragen, seine Schlüsse zieht. Hat denn der Geist Gottes keine Kraft, auch diese Menschen einen persönlichen Weg zu führen? Ist Jesus so weit weg, dass er einen Stellvertreter braucht, weil sein Büro wegen einer Dienstreise geschlossen ist? Wäre denn die Kirche wirklich über die Jahrhunderte die Heilige Kirche geblieben, wäre eine Karriere in der Kirche wirklich ein Akt der Berufung durch unseren HERRN Jesus Chistus in ein Amt, so könnte es vielleicht noch angehen, dass diese Kirche für sich die Rechte in Anspruch nimmt, die Jesus ihr gegeben hat: Wahrlich, ich sage euch, was ihr auf Erden binden werdet, das wird im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das wird im Himmel gelöst sein. (Matthäus 18,18 * ) Leider gibt es in jeder Hierarchie viel zu viel Machtpolitik, als dass man nicht sofort nachvollziehen kann, was Luther über Päpste und Konzilien gesagt hat. Es gilt genau so für die EKD wie für die Freikirchen. Es sind immer nur die wenigen, die wirklich nach dem Willen Gottes fragen. Viele machen leider aber, manchmal mit gutem Willen, manchmal aber auch um der eigenen Machtposition willen, ihre eigene Politik. So manche Gemeindeleitungssitzung besucht der Heilige Geist schon gar nicht mehr, weil er da überhaupt nicht gefragt ist.

So ist der Reformationstag für uns die ganz klare Anfrage, wieweit wir unsere eigenen Ziele als Kirchen und Gemeinden unter die Ziele Gottes gestellt haben. Hören wir noch das Reden des erhöhten HERRN oder sind wir so in unsere eigenen Händel verstrickt, dass wir das leise Klappen der Tür gar nicht hören, wenn der Heilige Geist traurig unser Beratungszimmer verlässt. Auch Luther hat eine solche Phase in seinem Leben erlebt, denn ich kann mir nicht denken, dass das, was er den Fürsten angesichts der aufständischen Bauern geraten hat, Ergebnis langer Gebetsnächte war. Viel eher war es die Angst, dass die Welt aus den Fugen gerät, wenn auch die Bauern das für sich fordern, was er in Worms für sich in Anspruch genommen hat, Gewissensfreiheit und das Recht, dem Wort Gottes gemäß zu leben. Wir wollen Luther deswegen nicht verurteilen, denn er hat Großes für den Glauben und die Glaubensfreiheit geleistet. Aber wir können auch an Luther sehen, dass unsere menschlichen Erwägungen sehr schnell vom politischen Pragmatismus bestimmt werden und nicht immer so in Jesus Christus und seinem Wort gegründet sind, wie es für die Heilige Kirche erforderlich wäre. Deshalb ist es eine berechtigte Frage, wie groß Kirche sein kann. Kann es eine Weltkirche geben? Oder sollte bei der Ortsgemeinde schon Schluss sein, vielleicht noch ein überschaubarer Bereich darüber. Denn ein heiliger Papst macht noch keine Heilige Kirche, es sind die vielen dunklen Gestalten dazwischen, der Apparat, der das Wirken des Heiligen Geistes verfinstert. Darum ist der Reformationstag vielleicht auch ein Tag, an dem sich die örtlichen Gemeinden auf ihr gemeinsames Zeugnis in ihrer Stadt besinnen und sich dabei vom Heiligen Geist und nicht von konfessionellen Erwägungen leiten lassen und das, was sie trennt, gemeinsam an der Schrift prüfen.





Warum - Die quälende Frage nach dem Warum

Gottes Wege sind nicht unsere Wege

Inhaltsverzeichnis

Warum?

Eine verbotene Frage?

Die Frage des Menschen nach dem Warum - Beispiele aus der Bibel

Die Frage Gottes nach dem Warum

... und die Antwort des Psalmisten

Glaube und Hoffnung - zentrale Kompetenzen des Menschen

Warum hat Jesus seine Wunder nicht in Rom getan?

Gott will, dass wir Glauben lernen

Glaube und Hoffnung - und wer trägt die Folgen

Durch die Dunkelheit hindurchblicken

Warum?

Warum geschehen Unglücke? Und warum passiert es gerade mir?

Ein junger Mensch verliert seine Mutter, weil sie an einem Bahnübergang das rote Blinklicht übersehen hatte. Sie kreuzt die Bahn genau in dem Augenblick, als der Zug kam. Sie hatte keine Chance. Dieser junge Mann ist fast an der Frage zerbrochen, warum seine Mutter nicht einige Sekunden früher losgefahren ist, dann hätte sie der Zug nicht erwischt. Die Eltern hatten sich schon häufig im Auto darüber unterhalten, dass man das Blinklicht wegen der Bäume erst sehr spät sieht. Warum also ist es gerade seiner Mutter passiert, die diese Strecke täglich fährt? Eine solche Frage kann das Leben zerstören. Sie kann Menschen schwer belasten und den Glauben an das Gute, den Glauben an die Zukunft, die Hoffnung für das eigene Leben nachhaltig beschädigen oder gar zerstören. Warum musste das passieren?

Die Antwort der Wissenschaft

Viel hat die Wissenschaft nicht dazu zu sagen. Sie stellt zunächst einmal fest, dass es halt so ist. An Bahnübergängen passieren Unfälle. Sie wird vielleicht in diesem konkreten Einzelfall zu einer Halbschranke raten, damit die Blockierung der Gefahrenstelle besser sichtbar ist. Aber aus anderen Unfällen ist dem Wissenschaftler bekannt, dass es dann die jungen Leute sind, die mutig die Halbschranke umfahren und dabei umkommen. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar gering, aber es wird passieren, weil es viele machen und dann beim Bier erzählen, dass das völlig gefahrlos möglich ist, bis wieder einer Pech hat. Wenn dann der Vater Einfluss hat, wird aus der Halbschranke vielleicht eine Schranke ...

Viel hat die Wissenschaft zum Warum nicht zu sagen. Dem jungen Mann, der sich fragt, warum seine Mutter nicht ein paar Sekunden früher losgefahren ist, kann der Wissenschaftler nur mit Achselzucken begegnen. Und ein Psychologe wird versuchen, ihm diese Frage auszureden.

Eine verbotene Frage?

Häufig hört man, dass man die Frage nach dem „Warum?” einfach nicht stellen dürfe, weil es zu nichts führe. Dies ist auf jeden Fall zu bezweifeln. Der Wissenschaftler, der die Frage nach dem „Warum?” mit dem Vorschlag beantwortet, eine Halbschranke zu bauen, hat für die Zukunft etwas geleistet. Insgesamt wurden viele Fragen nach dem „Warum?” gestellt und mit Vorschlägen beantwortet, die unsere Autos sicherer gemacht haben, die unsere Umwelt erträglicher gemacht haben, die Risiken vermindert haben. Also ist die Frage nach dem „Warum?” eine notwendige Frage, um die Zukunft besser gestalten zu können? Dies ist in der Tat richtig und sollte Menschen ermutigen, aus negativen Erfahrungen positive Schlussfolgerungen zu ziehen, die für die Zukunft eine Verbesserung bringen. Wenn nach einem Unfall der Unfallforscher in aller Behutsamkeit versucht, mit den Hinterbliebenen des Unfallopfers zu reden, dann hört man schon einmal den Seufzer: „Dann hat es ja wenigsten noch einen Sinn gehabt!” Diese Feststellung hilft bei der inneren Bewältigung des schrecklichen Ereignisses.

Die Frage des Menschen nach dem Warum - Beispiele aus der Bibel

Die Frage nach dem Warum ist der Bibel nicht fremd. Das Buch Hiob stellt die Frage nach dem „Warum?” ganz massiv. Die Psalmen sind voll von „Warum?”-Fragen:

Die „Warum?”-Frage ist also der Bibel wohl bekannt. Sie wird bereits vom Volk Israel vor Gott getragen. Israel muss mit der Frage fertig werden, warum den der allmächtige Gott es zulässt, dass Israel besiegt wird, aus dem Land der Verheißung in die Verbannung geführt wird. Warum eilt es nicht mit dem lebendigen Gott von Sieg zu Sieg?

Vielleicht ist es schon eine erste Antwort, wenn wir die „Warum?”-Fragen Gottes lesen. Denn es ist umgekehrt auch so, dass Gott „Warum?”-Fragen an uns Menschen hat. Die Propheten, Menschen, die im Auftrag Gottes geredet haben, stellen diese Fragen aus der Sicht Gottes. Dies überrascht im ersten Augenblick. Gott hätte doch eine ganz andere Welt schaffen können. Warum stellt Gott die Frage nach dem „Warum?”?

Die Frage Gottes nach dem Warum

Diese spannende Frage kann hier nicht abschließend betrachtet werden. Einige Bibelstellen aus dem Alten Testament:

Gott hat den Menschen als freies Wesen erschaffen, dass sich entscheiden kann, was es tut, was es glaubt, wie es leben will. Diese Freiheit akzeptiert Gott bis zu einem gewissen Grade. Wer an den Zufall glaubt, wird daran nicht gehindert, aber es wird ihm auch so geschehen, wie er oder sie geglaubt hat. Glaube hat Konsequenzen und Gott akzeptiert dies. Er bügelt sie nicht einfach durch stillschweigende Wohltat glatt. Er stellt uns aber die Frage, warum wir das tun.

Gott stellt uns also die Frage nach unserem „Warum?”, weil er uns in unserem Handeln ernst nimmt. Er hat auch Israel nicht einfach den Heiden übergeben, sondern es durch die Propheten immer wieder ermahnt. Aber es hat nicht gehört. Erst in babylonischer Gefangenschaft sind sie wieder nachdenklich geworden, erst, als es schon zu spät war, das Unglück schon geschehen ist.

Wir sind also gefordert, uns einmal den Nachfragen Gottes zu stellen. Das muss nicht heißen, dass wir auf einen Propheten warten. Das kann schon dadurch geschehen, dass wir unser Gewissen befragen. Manchmal reicht es schon, den Arzt zu fragen, der uns sagt, was in unserem Verhalten falsch war, so dass es zu einer bestimmten Krankheit gekommen ist. Aber nicht immer ist das Bild so klar. Manchmal sind Menschen auch in Situationen verwickelt, die sie nicht zu verantworten haben und die sie auch nicht beeinflussen können.

... und die Antwort des Psalmisten

Ein Psalm Asaphs. Nur gut ist Gott gegen Israel, gegen die, welche reinen Herzens sind. Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen, wie leicht hätte ich einen Mißtritt getan! Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich den Frieden der Gottlosen sah. Denn sie leiden keine Qual bis zu ihrem Tod, und ihr Leib ist wohlgenährt. Sie werden nicht bemüht wie andere Leute und nicht geschlagen wie andere Menschen. Darum schmücken sie sich stolz und kleiden sich frech. Ihr Gesicht strotzt von Fett, sie bilden sich sehr viel ein. Sie reden höhnisch und boshaft, drohen mit höherer Gewalt. Sie reden, als käme es vom Himmel; ihre Worte haben Geltung auf Erden. Darum wendet sich auch das Volk ihnen zu, und es wird von ihnen viel Wasser aufgesogen. Und sie sagen: «Was merkt Gott? Weiß der Höchste überhaupt etwas?» Siehe, das sind die Gottlosen; denen geht es immer gut, und sie werden reich! Ganz umsonst habe ich mein Herz rein erhalten und meine Hände in Unschuld gewaschen; denn ich bin doch täglich geschlagen worden, und meine Strafe ist alle Morgen da! Wollte ich auch so rechnen, siehe, so würde ich das Geschlecht deiner Kinder verraten. So sann ich denn nach, um dies zu verstehen; aber es schien mir vergebliche Mühe zu sein, bis ich in das Heiligtum Gottes ging und auf ihr Ende merkte. Nur auf schlüpfrigen Boden setzest du sie; du lässest sie fallen, daß sie in Trümmer sinken. Wie geschah das so plötzlich und entsetzlich! Sie gingen unter und nahmen ein Ende mit Schrecken. Wie einen Traum nach dem Erwachen, so wirst du, o Herr, wenn du dich aufmachst, ihr Bild verächtlich machen. Als mein Herz verbittert war und es mir in den Nieren wehe tat, da war ich dumm und verstand nichts; ich benahm mich wie ein Vieh gegen dich. Und doch bleibe ich stets bei dir; du hältst mich bei meiner rechten Hand. Leite mich auch ferner nach deinem Rat und nimm mich hernach mit Ehren auf! Wen habe ich im Himmel? Und dir ziehe ich gar nichts auf Erden vor! Schwinden auch mein Fleisch und mein Herz dahin, so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil. Denn siehe, die fern von dir sind, kommen um; du vertilgst alle, die dir untreu werden. Mir aber ist die Nähe Gottes köstlich; ich habe Gott, den HERRN, zu meiner Zuflucht gemacht, um zu erzählen alle deine Werke. (Psalmen 73  * )

Der Psalmist klagt über die Gottlosen, denen es doch so gut geht: Siehe, das sind die Gottlosen; denen geht es immer gut, und sie werden reich! (Psalmen 73,12   * ) Er sieht, dass seine eigene Leistung nicht gewürdigt wird: Ganz umsonst habe ich mein Herz rein erhalten und meine Hände in Unschuld gewaschen; (Psalmen 73,13   * ) Und doch merkt er, dass er auf Grund seiner ganzen bisherigen Erfahrung nicht so leben kann wie die Gottlosen: Wollte ich auch so rechnen, siehe, so würde ich das Geschlecht deiner Kinder verraten. (Psalmen 73,15   * ) Er versucht aber, zu verstehen, warum es denn so ist. So sann ich denn nach, um dies zu verstehen; aber es schien mir vergebliche Mühe zu sein, (Psalmen 73,16   * ) und beginnt zu verstehen, als er die Angelegenheit mit den Augen Gottes betrachtet: bis ich in das Heiligtum Gottes ging und auf ihr Ende merkte. (Psalmen 73,17   * ) Und was er da schaut, ist schrecklich: Nur auf schlüpfrigen Boden setzest du sie; du lässest sie fallen, daß sie in Trümmer sinken. Wie geschah das so plötzlich und entsetzlich! Sie gingen unter und nahmen ein Ende mit Schrecken. Wie einen Traum nach dem Erwachen, so wirst du, o Herr, wenn du dich aufmachst, ihr Bild verächtlich machen. (Psalmen 73,18-20   * ) Und nun beginnt er, sich selbst in Frage zu stellen: Als mein Herz verbittert war und es mir in den Nieren wehe tat, da war ich dumm und verstand nichts; ich benahm mich wie ein Vieh gegen dich. (Psalmen 73,21-22   * ) Er beginnt sich selbst zu verachten wegen seiner Ignoranz. Auch dies ist keine gute Haltung, denn auch sie kann uns belasten, weil wir uns dann selbst nicht mehr annehmen können: „Ich mache alles falsch ...” Der Psalmist bleibt aber nicht bei dieser Haltung, denn er spricht: Und doch bleibe ich stets bei dir; du hältst mich bei meiner rechten Hand. Leite mich auch ferner nach deinem Rat und nimm mich hernach mit Ehren auf! (Psalmen 73,23-24   * ) Man merkt, wie den Psalmisten alle Bedrückung verlässt, als er diese Worte spricht. Er schöpft wieder Hoffnung, er kann wieder glauben: Wen habe ich im Himmel? Und dir ziehe ich gar nichts auf Erden vor! Schwinden auch mein Fleisch und mein Herz dahin, so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil. Denn siehe, die fern von dir sind, kommen um; du vertilgst alle, die dir untreu werden. Mir aber ist die Nähe Gottes köstlich; ich habe Gott, den HERRN, zu meiner Zuflucht gemacht, um zu erzählen alle deine Werke. (Psalmen 73,25-28  * ) Er übergibt seine Zukunft Gott und fasst neues Vertrauen. Er erkennt, dass Glaube und Hoffnung wichtiger sind als alle Güter der Welt, wichtiger als Macht und Einfluss. Und so schließt er mit dem Lobpreis Gottes und seiner Werke.

Glaube und Hoffnung - zentrale Kompetenzen des Menschen

Der vorangehende Psalmen hat es sehr deutlich gemacht, wie es einem Menschen ergeht, der voll Neid auf die Menschen blickt, denen es offensichtlich besser geht als ihm selbst. Dieser Mensch wird frustriert: „Ganz umsonst habe ich ...” Dieser Mensch wird verbittert und leidet körperliche Schmerzen: „Als mein Herz verbittert war und es mir in den Nieren wehe tat,‎ ‏...” Erst im Angesicht Gottes kommt er zur Besinnung. Er sieht plötzlich, was er hat und was er in seiner Verbitterung aufs Spiel setzt. Er überwindet die Verbitterung und findet in Gott Frieden. Er kann sich wieder freuen und Gott loben.

Der Mensch hat die Fähigkeit zu glauben und zu hoffen. Dies ist eine enorme Kraft. Wir verbinden sie oft mit Fragen wie dem Glauben an die Jungfrauengeburt oder an die Schöpfung oder andere Dinge, die weit von unseren täglichen Erfahrungen entfernt sind. Gott möchte uns zum Glauben ermutigen, weil wir es für unser tägliches Leben brauchen.

Warum hat Jesus seine Wunder nicht in Rom getan?

Stellen Sie sich einmal vor, Jesus hätte während seines Prozesses vor Pilatus ein Wunder getan. Oder er hätte vor Herodes Johannes den Täufer wieder auferweckt. Oder er wäre gar nach Rom gefahren und hätte im Senat oder vor Kaiser Augustus Wunder getan und seine Macht demonstriert. Dadurch hätte er mit Sicherheit die Kreuzigung vermieden und den christlichen Glauben schnell und ohne Verzug und ohne die vielen Märtyreropfer etablieren können. Warum hat Jesus das nicht getan, sondern ist in einer Provinzstadt, wie Jerusalem es im Vergleich zu Rom damals war, ans Kreuz gegangen. Er ist auferstanden und hat sich nicht Herodes oder Pilatus gezeigt, sondern zunächst völlig unbedeutenden galiläischen Frauen und erst später den Jüngern, elf Männern aus Galiläa, die doch ohne Einfluss in Israel waren.

Jesus gibt Thomas die Antwort, warum er dies so gemacht hat: Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben. (Johannes 20,29 * ) Menschen sollen lernen zu glauben, auch und gerade da, wo sie (noch) nicht sehen. Und Johannes unterstreicht es im Abschluss des 20. Kapitels, wenn er auf die Wunder zurückblickt, über die er berichtet hat: Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubet, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und daß ihr durch den Glauben Leben habet in seinem Namen (Johannes 20,31 * )

Gott will, dass wir Glauben lernen

Wir brauchen Glauben und Hoffnung für unser Leben. Wir leben in der Zeit. Wir verstehen mit Mühe und auch nur sehr eingeschränkt unsere Vergangenheit. Die Gegenwart ist ein flüchtiger Augenblick, der kaum angekommen schon in der Vergangenheit verschwindet. Und die Zukunft ist ein großes schwarzes Loch. Wir können sie nicht berechnen. Wieviele Menschen lesen tagtäglich Aktieninformationen. Und dann kommt plötzlich ein Gerücht auf, vielleicht sogar mit Absicht gestreut, und schon ist alles vergessen, was gestern noch als heißer Tipp gehandelt wurde.

Und es ist ja nicht nur der Aktienkurs. Viel existenzieller ist die Frage unserer persönlichen Gesundheit, unseres persönlichen Wohlergehens und auch das Wohlergehen der Menschen, die uns nahe stehen. Wir brauchen Glauben und Hoffnung, um mit diesen Ungewissheiten umzugehen.

Glaube und Hoffnung - und wer trägt die Folgen

Und nun mag einer sagen, ich glaube an meine Kraft, ich glaube, dass ich das packe. Einige Manager bei Volkswagen haben geglaubt, dass niemand merkt, dass sie beim Abgas betrogen haben. Sie haben an ihre Kraft geglaubt, dieses unter der Decke zu halten. Ist das Glaube? Ja, es ist auch ein Glaube. Wie jeder Glaube, brauchte auch dieser Glaube der Volkswagen-Manager an ihre Fähigkeit, zu vertuschen, jemanden, der dafür bezahlt. 25 Milliarden hat Volkswagen für den „Glauben” seiner Manger bezahlt, und es kann noch viel mehr werden.

Glaube ist keine innere Kraft, die einfach so da ist. Zwei sind am Roulette-Tisch. Einer setzt sein verblebenes Geld auf „rot”, der andere auf AZXschwarz#. Der eine wird am Ende des Abends pleite sein, der andere wird mit seinem starken Selbstvertrauen prahlen. Ist das Glaube?

Glaube braucht auch immer jemanden, der dafür bezahlt. Jesus hat für unseren Glauben bezahlt. Er sitzt zur rechten Gottes und steht für mich ein. Er führt nicht immer alles so, dass ich zu jedem Zeitpunkt sage: „Das hast du aber toll gemacht, was bin ich doch für ein Glückspilz, dass ich auf dich vertraue!” Paulus beschreibt es einmal sehr schön, wie es ihm beim Beten ergangen ist: Und damit ich mich der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, daß er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, daß er von mir ablassen möchte. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne. (2.Korinther 12,7-9 * ) Paulus hat sich mit den Schmerzen, von denen er offensichtlich redet, arrangieren müssen. Sie sind nicht von ihm genommen worden. Er konnte es tun, weil er sich in der Gnade seines HERRN getragen wusste. Uns ist nicht verheißen, dass wir das Handeln Gottes immer und zu jedem Zeitpunkt toll finden. Selbst Jesus hat am Kreuz geklagt: Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Matthäus 27,46 * )

Paulus beschreibt diesen Vorgang eindringlich im Brief an die Philipper: Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war, welcher, da er sich in Gottes Gestalt befand, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern sich selbst entäußerte, die Gestalt eines Knechtes annahm und den Menschen ähnlich wurde, und in seiner äußern Erscheinung wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte und gehorsam wurde bis zum Tod, ja bis zum Kreuzestod. Darum hat ihn auch Gott über alle Maßen erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters. (Philipper 2,5-11 * )

„Darum hat Gott ihn erhöht ...”, weil er auch in einer Situation treu geblieben ist, wo er eine unerträgliche Einsamkeit verspürte. Der Glaube ist unsere Kraft, geleitet durch den Heiligen Geist, durch eine Situation hindurchzublicken auf das, was Gott tun kann, manchmal auch ohne eine Idee, was Gott wirklich tun wird.

Durch die Dunkelheit hindurchblicken

Wenn selbst Jesus am Kreuz die „Warum?”-Frage gestellt hat, dann dürfen wir sie auch stellen. Aber sie sollte nicht als Vorwurf gegen Gott gerichtet sein, denn Gott hat auch viele „Warum?”-Fragen an uns. Sie sollte der Versuch sein, durch die Situation, die mich bedrückt, hindurchzublicken auf das, was Gott tun kann. In einem alten Kirchenlied singen wir: „Und du sollst einst sagen, dass ich gnädig bin ...” Da heisst es mit Recht nicht: „Und du wirst immer sagen, ...” Wir werden im Rückblick feststellen, dass Gott es - trotz allem - gut gemacht hat. Glaube heißt, diesen Blickwinkel auch dann einzunehmen, wenn eine Situation für uns völlig außer Kontrolle erscheint. Dieser Glaube ist keine unbegründete Kraftmeierei, denn wir haben jemanden, der für unseren Glauben bezahlt, Jesus Christus, der verheißen hat: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!“ ( Matthäus 28,20 * )



Nr.BibelstelleBibeltext
11.Mose 8,22
1
Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht!
22.Mose 30,11-16
1
Und der HERR redete mit Mose und sprach: Wenn du die Zahl der Kinder Israel ermittelst, so soll ein jeder dem HERRN ein Lösegeld für seine Seele geben, wenn man sie zählt; damit ihnen nicht eine Plage...
32.Samuel 24
1   2   3   4   5   6
7   8
Und der Zorn des HERRN ergrimmte abermals wider Israel, und er reizte David wider sie, indem er sprach: Gehe hin, zähle Israel und Juda! Und der König sprach zu Joab, seinem Feldhauptmann, der bei ihm...
42.Samuel 24,15
1
Da ließ der HERR Pestilenz in Israel kommen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, daß von dem Volk, von Dan bis Beerseba, siebzigtausend Mann starben.
52.Samuel 24,16
1
Als aber der Engel seine Hand über Jerusalem ausstreckte, um sie zu verderben, ließ sich der HERR des Übels gereuen, und er sprach zu dem Engel, dem Verderber unter dem Volke: Es ist genug! Laß nun deine...
62.Samuel 24,17
1
Als David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum HERRN: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat begangen! Was haben aber diese Schafe getan? Laß doch deine Hand wider mich und wider...
18Psalmen 73
1   2   3   4   5   6
7   8   9   10
Ein Psalm Asaphs. Nur gut ist Gott gegen Israel, gegen die, welche reinen Herzens sind. Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen, wie leicht hätte ich einen Mißtritt getan! Denn ich beneidete...
28Jesaja 29,16
1
O ihr verkehrten Leute! Soll der Töpfer für Ton geachtet werden oder das Werk von seinem Meister sagen: «Er hat mich nicht gemacht?» Oder soll das Geschöpf von seinem Schöpfer sagen: «Er hat keinen Verstand?»
29Jesaja 40,25-28
1
wem wollt ihr mich vergleichen, dem ich gleich sein soll? spricht der Heilige. Hebet eure Augen zur Höhe und seht: Wer hat diese erschaffen? Er, der ihr Heer nach der Zahl herausführt, der sie alle mit...
32Jesaja 53
1
Wer hat dem geglaubt, was uns verkündigt ward, und der Arm des HERRN, wem ward er geoffenbart? Er wuchs auf vor ihm wie ein Schoß, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine...
43Daniel 3,16-18
1   2
Sadrach, Mesach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir haben nicht nötig, dir hierauf ein Wort zu erwidern. Sei es nun, daß unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem glühenden...
46Amos 3,6-7
1
Kann man in die Posaune stoßen in der Stadt, ohne daß das Volk erschrickt? Geschieht auch ein Unglück in der Stadt, das der HERR nicht tue? Nein, Gott, der HERR tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis...
47Amos 3,6-7
1   2
Kann man in die Posaune stoßen in der Stadt, ohne daß das Volk erschrickt? Geschieht auch ein Unglück in der Stadt, das der HERR nicht tue? Nein, Gott, der HERR tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis...
49Matthäus 9,28-29
1
Als er nun ins Haus kam, traten die Blinden zu ihm. Und Jesus fragte sie: Glaubt ihr, daß ich solches tun kann? Sie sprachen zu ihm: Ja, Herr! Da rührte er ihre Augen an und sprach: Euch geschehe nach...
50Matthäus 12,24
1
Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!
51Matthäus 18,18
1
Wahrlich, ich sage euch, was ihr auf Erden binden werdet, das wird im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, das wird im Himmel gelöst sein.
52Matthäus 22,15-22
1
Da gingen die Pharisäer und hielten Rat, wie sie ihn in der Rede fangen könnten. Und sie sandten ihre Jünger samt den Herodianern zu ihm und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den...
53Matthäus 23,27
1
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr getünchten Gräbern gleichet, welche auswendig zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und allen Unrats sind!
54Matthäus 26,3
1
Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes im Hofe des obersten Priesters, der Kajaphas hieß.
55Matthäus 26,57
1
Die aber Jesus festgenommen hatten, führten ihn ab zu dem Hohenpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren.
56Matthäus 26,59-66
1
Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsches Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen. Aber sie fanden keins, obgleich viele falsche Zeugen herzukamen. Zuletzt aber...
57Matthäus 27,46
1
Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
58Matthäus 28,20
1
und sie halten lehret alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!
60Markus 13,2
1
Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Es wird kein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht zerbrochen wird!
61Markus 14,53-65
1
Und sie führten Jesus ab zum Hohenpriester; und alle Hohenpriester und die Ältesten und die Schriftgelehrten kamen dort zusammen. Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters;...
62Lukas 3,1-2
1
Im fünfzehnten Jahre aber der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa war und Herodes Vierfürst von Galiläa, sein Bruder Philippus aber Vierfürst der Landschaft Ituräa...
63Lukas 13,1-5
1
Es kamen aber zur selben Zeit etliche herbei, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer...
64Lukas 13,2-5
1
Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer mehr als alle andern Galiläer Sünder gewesen seien, weil sie solches erlitten haben? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße...
65Lukas 19,11-28
1
Als sie aber solches hörten, fuhr er fort und sagte ein Gleichnis, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, das Reich Gottes würde unverzüglich erscheinen. Er sprach nun: Ein Edelmann zog in ein...
66Lukas 22,66-71
1
Und als es Tag geworden, versammelten sich die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und führten ihn ab vor ihren Hohen Rat; und sie sprachen: Bist du der Christus? Sage es uns!...
68Johannes 3,16-17
1
Denn Gott hat die Welt so geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,...
69Johannes 11,39-57
1   2   3   4   5   6
7
Jesus spricht: Hebet den Stein weg! Martha, die Schwester des Verstorbenen, spricht zu ihm: Herr, er riecht schon, denn er ist schon vier Tage hier. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn...
70Johannes 12,10-11
1   2
Da beschlossen die Hohenpriester, auch Lazarus zu töten, denn seinetwegen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.
71Johannes 14,11
1
Glaubet mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen!
74Johannes 16,26-27
1
An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten wolle; denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott...
75Johannes 18,12-14
1
Die Rotte nun und ihr Oberst und die Diener der Juden griffen Jesus und banden ihn und führten ihn zuerst zu Hannas; denn er war der Schwiegervater des Kajaphas, welcher in jenem Jahre Hoherpriester war....
76Johannes 18,19-28
1
Der Hohepriester nun fragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zu der Welt geredet; ich habe stets in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden...
77Johannes 19,10-11
1
Da spricht Pilatus zu ihm: Mit mir redest du nicht? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht habe, dich zu kreuzigen? Jesus antwortete: Du hättest gar keine Macht über mich, wenn...
78Johannes 20,29
1
Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du; selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
79Johannes 20,31
1
Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubet, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und daß ihr durch den Glauben Leben habet in seinem Namen
80Apostelgeschichte 4,6
1
auch Hannas, der Hohepriester, und Kajaphas und Johannes und Alexander und alle, die aus hohepriesterlichem Geschlechte waren.
81Römer 1,17
1   2
denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: «Der Gerechte wird infolge von Glauben leben».
82Römer 3,23
1
Denn es ist kein Unterschied: Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes,
83Römer 4,17
1
wie geschrieben steht: «Ich habe dich zum Vater vieler Völker gesetzt» vor dem Gott, dem er glaubte, welcher die Toten lebendig macht und dem ruft, was nicht ist, als wäre es da.
85Römer 13
1
Jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die vorhandenen aber sind von Gott verordnet. Wer sich also der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt...
872.Korinther 12,7-9
1
Und damit ich mich der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, daß er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen...
88Galater 6,7
1   2
Irret euch nicht; Gott läßt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.
89Philipper 2,5-11
1
Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie Jesus Christus auch war, welcher, da er sich in Gottes Gestalt befand, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern sich selbst entäußerte, die Gestalt...
90Philipper 4,7
1
Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus!
911.Timotheus 6,12
1
Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu welchem du berufen bist und worüber du das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen abgelegt hast.
92Jakobus 1,12-15
1
Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott denen verheißen hat, die ihn lieben! Niemand sage, wenn er versucht...
93Offenbarung 22,20
1
Es spricht, der dieses bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen, komm, Herr Jesus!




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